AK ExpertInnen sehen erheblichen Änderungsbedarf bei Verteilungs- und Leistungsgerechtigkeit sowie Transparenz (2)

Wien (OTS) - Für Sybille Pirklbauer, AK Expertin für Frauen- und Familienpolitik, muss der Sozialstaat der Zukunft das Potential aller Menschen nutzen und gleichzeitig auch für eine angemessenen finanzielle Absicherung in den Wechselfällen des Lebens sorgen. Es ist wichtig, dass der Sozialstaat Rahmenbedingungen für die Möglichkeit zur Leistung schafft, damit jeder eigenständig nachhaltig ein Existenz sicherndes Einkommen aufbauen kann.

Der österreichische Sozialstaat leistet viel für Frauen, aber vieles ist verbesserungswürdig sagt Pirklbauer: "Viele Frauen können unter den derzeitigen Bedingungen ihr Potenzial nicht voll ausschöpfen, ihre Leistungen bleiben in vielen Fällen unbelohnt."

+ Erwerbstätige Frauen sind Leistungsträgerinnen, sie arbeiten 64 Stunden jede Woche, aber das nur zu einem geringen Teil bezahlt. 42 Prozent der Arbeitnehmerinnen arbeiten in Teilzeit - viele unfreiwillig und müssen sich mit dem Orpbelm der Betreuungspflichten herumschlagen.
+ Ihr Einkommen ist um 41 Prozent geringer als das der Männer.
+ Auch arbeitszeitbereinigt belegt Österreich mit 26 Prozent die vorletzte Position in der EU beim Einkommensunterschied.
+ Von den ganzjährig Vollzeit beschäftigten Frauen haben 11 Prozent ein Einkommen unter der Armutsgefährdungsschwelle.

Die skandinavischen Länder haben vorgemacht, wie es geht: Sie verbinden hohe Beschäftigungsquoten mit einer niedrigen Einkommensschere zwischen Frauen und Männern und einem starken sozialen Zusammenhalt.

Dafür braucht es Investitionen in die Zukunftsbereiche Kinderbetreuung, Bildung für Kindern, aber auch für bereits im Arbeitsleben Stehende und Pflege. Davon profitieren alle, die in Österreich leben.

Denn dadurch wird Beschäftigung geschaffen - und zwar mehr Arbeitsplätze als jede andere Form staatlicher Aktivität: Notwendige Investitionen in die soziale Infrastruktur in der Höhe von rund 2 Milliarden Euro können direkt und indirekt zwischen 40.000 und 50.000 neue Arbeitsplätze schaffen. Die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie erhöht die Erwerbschancen von Eltern und vor allem von Müttern. Und die Investitionen in Bildung stellen sicher, dass nicht nur die Kinder, sondern auch die Erwerbstätigen den künftigen Herausforderungen gewachsen sind.

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