Tumpel (2): Wir brauchen eine gerechtere Lastenverteilung!

Wien (OTS) - In Österreich wird Arbeit viel zu hoch und Vermögen zu niedrig besteuert. "Das ist ein Faktum, das uns eine extreme Schieflage bei der Lastenverteilung beschert. Und trotz dürftigster Datenlage wissen wir, dass in Österreich Vermögen insgesamt sehr ungleich verteilt ist", sagt AK Präsident Herbert Tumpel heute auf der Enquete zum Thema Verteilungs- und Leistungsgerechtigkeit in Österreich. Tumpel kristisiert auch die nach wie vor falsche Ausschüttungspolitik und die "unveränderte Verwöhnautomatik bei den Managergehältern". Aus Sicht des AK Präsidenten könnte hier umgehend mit der Einführung eines Konsolidierungsbeitrages begonnen werden -unabhängig von der Arbeitsmarkt- und Konjunkturentwicklung. Gefordert sind: Stärkere Besteuerung des Vermögens, gerechtere Besteuerung von Privatstiftungen, die Finanztransaktionssteuer und Maßnahmen gegen überbordende Managergehälter.

Laut volkswirtschaflicher Gesamtrechnung sind die Gewinn- und Besitzeinkommen von 2000 - 2008 um 56 Prozent gestiegen, die Gewinn-und Unternehmensteuer um 44. Bei den Löhnen verhielt sich das genau umgekehrt. Obwohl die Bruttolöhne nur um 31 Prozent zunahmen, wurde um 47 Prozent mehr Lohnsteuer gezahlt.

Im Bereich der vermögensbezogenen Steuern stellt sich im EU 19-Vergleich Österreich als wahre Steueroase dar. Im EU 19-Vergleich werden drei Mal so hohe vermögenbezogene Steuern eingehoben. "Hätten wir diese Niveau, so hätten wir 4 Milliarden Euro Mehreinnahmen pro Jahr", rechnet der AK Präsident vor, "wir haben eine extrem Schieflage bei der Verteilung der Lasten. Das gehört korrigiert."

Die Daten über die Vermögensverteilung in Östereich sind mehr als dürftig. Laut OeNB hat das reichste Promille genauso viel Geldvermögen wie die ganze untere Hälfte der Haushalte. "Nicht der kleine Sparer wurde im Zuge des Bankenpakets abgesichert. Seine Einlagen waren nicht in Gefahr. Nutznießer waren die Top 10 Prozent der Geldvermögensbesitzer", sagt Tumpel. 96 Prozent aller Sparkonten enthielten Einlagen unter 20.000 Euro, diese Gelder waren bereits durch die alte Einlagensicherung abgesichert, die bereits vor der Krise in Kraft war. Die Aufstockung der Einlagensicherung half vor allem den Vermögenden und diente vor allem dem Schutz der Banken vor einem massiven Abzug der Einlagen.

Kritik übt Tumpel an der fortgesetzten Uneinsichtigkeit der Konzerne und großen Unternehmungen. Während die Beschäftigten mit Kündigungen, Kurzarbeit und in den Lohnrunden massiv unter Druck gesetzt wurden, gibt es nach vor hohe Ausschüttungen und überzogenen Managergehälter. Der Steuerzahler kommt mit seine Beiträgen für milliardenschwere Banken- und Konjunkturpakete und Unternehmenshaftungen auf, auf der anderen Seite kennen die Unternehmen und Chefetagen kein Maßhalten.

Für Tumpel besteht hier die Möglichkeit "umgehend mit Konsolidierungsmaßnahmen zu beginnen. Besteuern wir die Vermögen. Das können wir tun, ohne Gefahr für die Konjunktur und für Arbeitsplätze." Den Effekt von vermögensbezogenen Steuern beziffert Tumpel auf mehr als 2,8 Milliarden Euro. Tumpel fordert eine Vermögenszuwachssteuer, eine gerechtere Besteuerung von Privatstiftungen, der Einführung einer Finanztransaktionssteuer und die Banken-Abgabe. Zusätzlich dazu wäre eine Begrenzung übermäßiger Managergehälter kurzfristig umzusetzen - Stichwort: Begrenzung der steuerlichen Absetzbarkeit von Vorstandsbezügen.

(Schluss)

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/26

Rückfragen & Kontakt:

AK Wien Kommunikation
Peter Mitterhuber
Tel.: (+43-1) 501 65-2347
peter.mitterhuber@akwien.at
http://wien.arbeiterkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW0003