Lust auf weniger? ÖHV-Hotelierkongress startet mit klaren Worten und einem starken Bekenntnis zum österreichischen Tourismus

Zell am See (TP/OTS) - Mit rund 500 Teilnehmern gibt die
wichtigste Veranstaltung der Österreichischen Hoteliervereinigung ein deutliches Signal, diesmal in Zell / See von sich. Nach der aufsehenerregenden Präsentation der Webplattform www.bankencheck.at, einem innovativen Bewertungsinstrument für Banken und Kreditinstitute, ging der Kongress am Dienstag Vormittag in eine erste, spannende Runde.

"Die Banken sind nicht Opfer, die Banken sind Täter", kritisierte ÖHV-Präsident Peter Peer in seiner Eröffnungsrede am ÖHV-Hotelierkongress 2010, "die Kreditwirtschaft hat Risiken falsch eingeschätzt und Produkte auf die Märkte geworfen, deren Inhalte sie selbst nicht mehr verstanden hat." Im voll besetzten Saal des Ferdinand Porsche Congress Center in Zell am See gingen die ÖHV-Präsidenten Peer und Sepp Schellhorn nicht nur mit den Kreditkonditionen der Finanzhäuser, sondern auch mit den generellen Rahmenbedingungen für Unternehmer in Österreich hart ins Gericht. Peer: "Wer wirtschaftlich scheitert, ist ebenso der sozialen Ächtung ausgesetzt wie jemand, der es zu einem größeren Vermögen bringt." Die Hauptforderung der Österreichischen Hoteliervereinigung mündet daher in eine deutliche Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Unternehmer im Tourismus. Es gehe darum, diesen für Österreich so wichtigen Wirtschaftszweig langfristig zu sichern. Vor allem eine vernünftige, gemäßigte Steuerpolitik könne wesentlich dazu beitragen, die Weichen für die Zukunft richtig zu stellen.

Viel Politprominenz am heurigen ÖHV-Hotelierkongress

Landeshauptfrau Mag. Gabriele Burgstaller ging in ihrem Statement unter anderem auf die Bedeutung des heimischen Tourismus für die Realwirtschaft ein. "Dienstleistungen können nicht ausgelagert und Investitionen müssen vor Ort getätigt werden", so Burgstaller, die ein klares Bekenntnis für den Salzburger Tourismus ablegte. So werde man im Bundesland Salzburg sowohl die Möglichkeiten für ein neues Beschäftigungsmodell im Tourismus (Stichwort Saisonverlängerung) prüfen, als sich auch in Land und Bund für eine Forcierung des Wintersports, vor allem in Schulen, und der Herbstferien einsetzen. "Die Liquidität der Banken kommt derzeit nicht am Markt an, weil die Banken sich untereinander nicht vertrauen, und das trifft dann natürlich auch die Kunden", gab Landeshauptmann-Stellvertreter und Tourismuslandesrat Dr. Wilfried Haslauer in seiner Ansprache zu bedenken. Dennoch sei der heimische Tourismus im internationalen Vergleich professionell und gut aufgestellt. Aufgabe der öffentlichen Hand sei nun, einerseits - auf europäischer Ebene - für Stabilität bei Währung und Finanzen zu sorgen. Andererseits müsse sie die Infrastruktur, vor allem auch Verkehrsanbindungen, weiter verbessern und zusätzliche Mittel für das Marketing bereitstellen. "Dass der Mitarbeitermangel im Tourismus durch Langzeitarbeitslose abgedeckt werden kann, ist eine Illusion", fand Haslauer klare Worte für die Saisonierregelung und forderte hier eine bessere Abstimmung auf die speziellen Bedürfnisse des Tourismus in Westösterreich.

Fredmund Malik im ÖHV-Live Stream

Eine mediale Innovation am heurigen ÖHV-Hotelierkongress war die Live Stream-Übertragung von Prof. Dr. Fredmund Maliks Vortrag im Internet. Der Chairman des Malik Management Zentrums in St. Gallen sprach über neue Lösungen und Wege in die Zukunft. "Unternehmen werden künftig doppelt so gut funktionieren können mit der Hälfte der bisherigen Mittel", ist der Managementberater überzeugt, "und die öffentliche Hand wird dies tun müssen." Das Pulver, so Malik, sei verschossen, die Mittel wären investiert, daher müssten sich alle auf eine Zukunft mit "weniger" einstellen. Das hieße aber nicht automatisch, dass Unternehmer und Politik wieder zu früheren Zuständen zurückkehren müssten. Denn, so Malik, "für ein besseres Funktionieren braucht es nicht unbedingt mehr Geld." Man hätte in der Wirtschaft vielfach übersehen, dass es verschiedene Formen des Wachstums gibt, hier könne man von den Naturwissenschaften einiges lernen. Fredmund Malik ist überzeugt davon, dass wir am Beginn einer neuen Welt stehen. Für ihn geht es um eine innovative Kombination und Vernetzung alter und neuer Methoden: "Wo immer etwas funktioniert, funktioniert es vernetzt!" Dazu wäre jetzt die richtige Zeit, Ballast abzuwerfen und mit "weniger" "mehr" zu erreichen. Dazu müssten sich die Unternehmer zunächst selbst helfen, dazu - durch "Syntegration" -alles nur erdenkbare Wissen nutzen, vernetzt denken und handeln, sich wie die Natur spezialisieren und, last, but not least, richtiges und gutes Management anwenden.

400.000 Euro Wertschöpfung für die Region

Top-Referenten und ein attraktives Rahmenprogramm machen den ÖHV-Hotelierkongress zu dem Branchenevent schlechthin: Die Veranstalterregion kann mit 1.550 zusätzlichen Nächtigungen durch rund 560 Hoteliers, Touristiker und Partnerunternehmer, Journalisten, Referenten und Politiker rechnen. Die Region profitiert von einer zusätzlichen direkten Wertschöpfung in der Höhe von rund 400.000 Euro.

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