Frauenberger zu Aktionsplan Integration

Finanzierung völlig offen

Wien (OTS) - "Den nunmehr überarbeiteten Aktionsplan für Integration bezeichnete die Wiener Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger in vielen Bereichen als noch sehr unausgegoren und schwammig. Die Stadträtin übte vor allem einmal mehr Kritik an der mangelnden Einbindung der Länder und Gemeinden zur Erstellung des Papiers.****

Frauenberger: "Deutsch vor Einreise widerspricht Chancengleichheit"

Frauenberger kritisierte auch die fehlenden Finanzierungskonzepte für die vorgeschlagenen Maßnahmen insbesondere im Spracherwerb. Frauenberger: "Ohne Zweifel ist die Sprache der Schlüssel zur Integration. Aber der Zugang zu entsprechenden Kursen muss leicht zugänglich und vor allem kostengünstig sein." Die Integrationsstadträtin wies in diesem Zusammenhang auf das vorbildliche Wiener Spracherwerbskonzept inklusive der 300 Euro Sprachgutscheine und die erfolgreiche Niederlassungsbegleitung "StartWien" hin.

In Bezug auf die verlangten Deutschkenntnisse vor Einreise für Familienmitglieder von Drittstaatsangehörigen unterstrich die Stadträtin, dass das nicht umsetzbar sei, weil in einer Reihe von Ländern die infrastrukturellen Voraussetzungen fehlen. Frauenberger wörtlich: "Das ist in Wahrheit Augenauswischerei. Hier geht es nicht darum, dass die Menschen schneller und besser Deutsch lernen, sondern es wird eine neue Hürde aufgebaut, die massiv der Chancengleichheit widerspricht. Vernünftige Integration muss aber darauf abzielen, dass alle unabhängig vom Bildungszugang- und niveau die gleichen Voraussetzungen haben."

nationaler Aktionsplan braucht gebündeltes know how aller relevanten Player

Was Österreich dringend brauche, seien vor allem klare Regelungen für die Zuwanderung, betonte die Wiener Integrationsstadträtin weiter. "Die geltenden Bestimmungen verunsichern die Menschen. Es muss für alle leicht nachvollziehbar sein, wer kommen kann und wer nicht. Transparenz, und Sachlichkeit basierend auf fundierter Expertise sind der Schlüssel zu einer erfolgreichen Zuwanderungs- und Integrationspolitik," erklärte sie. Wien habe nicht zuletzt aus diesem Grund die Wiener Zuwanderungskommission ins Leben gerufen, die demnächst ihren Bericht vorlegen wird, so Frauenberger.

Die Wiener Stadträtin abschließend: "Das vorliegende Papier verfügt zwar über einige richtige Ansätze, ist aber von einem nationalen Aktionsplan noch weit entfernt. Dafür ist es notwendig, alle relevanten Player mit ein zu beziehen. Dazu gehören die Länder und Gemeinden ebenso wie ExpertInnen aus der Wissenschaft, den Interessensvertretungen und dem NGO Bereich. Wien ist jedenfalls zu echter Mitarbeit bereit, wenn das heute beschlossene Papier der Startschuss für eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema Integration ist." (schluss) gph

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