Nationaler Aktionsplan für Integration: Positive Ansätze aber es braucht nun dringend konkrete Maßnahmenpläne.

Caritas-Präsident Küberl: "Das Innenministerium hat aus seinen Fehlern gelernt."

Wien (OTS) - Der Prozess des Nationalen Aktionsplanes für Integration (NAP) hat unter Einbeziehung aller Akteure begonnen und im engsten Kreise geendet. Die Mitglieder der Steuerungsgruppe haben vom Endbericht, der nun den Ministerrat passierte, neuerlich aus den Medien erfahren. Caritas-Präsident Franz Küberl: "Viele Maßnahmen lesen sich als Ideensammlung des Innenministeriums. Integration ist aber vor allem eine Querschnittmaterie und muss entsprechend organisiert werden. Aus meiner Sicht mangelt es an klaren Verantwortungszuordnungen sowie an daraus ableitbaren Zeit- und Finanzplänen. 1961 wurden Arbeitskräfte nach Österreich geholt und dann ist Jahrzehnte im Bereich der Integration nichts passiert. Mit unverbindlichen Ideenlisten wird sich auch 48 Jahre später wenig verbessern."

Trotzdem anerkennt der Caritas-Präsident auch die positiven Signale des Aktionsplanes: "Es scheint, als hätte das Innenministerium aus dem Schlamassel mit Eberau gelernt", so Küberl. Angstmache gegenüber Ausländer/innen sei der Integration eben nicht förderlich. "Das Innenministerium bekennt sich nun klar zur Bekämpfung von Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Diskriminierung. Das ist zu begrüßen und ich wünsche mir, dass hier das Innenministerium nun aber auch mit gutem Beispiel vorangehen wird", konkretisiert der Caritas-Präsident.

Die im Aktionsplan definierten Deutschkenntnisse als Voraussetzung für den Zuzug beleuchtet Küberl kritisch: "Grundsätzlich darf verlangt werden, dass sich Menschen vor und nach ihrer Zuwanderung um eine entsprechende Sprachkompetenz bemühen. Dazu braucht es allerdings auch eine Angebotsstruktur an Kursen und Sprachzentren in den Drittländern. Solche Kurse müssen leistbar sein. Klar ist auch, dass in die Sprachkompetenz auch nach der Ankunft in Österreich intensiv investiert werden muss", unterstreicht der Caritas-Präsident.

Küberl abschließend: "Ein nächster Schritt in die richtige Richtung wäre es, die die Integrationsagenden einem eigenen Integrationsministerium zu übertragen. Derzeit überwiegt die Sicherheitsbrille. Es gilt Integration aber vor allem als Chance für die Zukunft zu gestalten."

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