Jahreswechsel: Fortsetzung, aber möglicherweise Abschwächung des positiven Wachstumstrends

Ergebnisse des OeNB-Konjunkturindikators vom Jänner 2010

Wien (OTS) - Die österreichische Wirtschaft überrascht zum Jahreswechsel mit relativ kräftigen Wachstumsraten. Gemäß den aktuellen Ergebnissen des Konjunkturindikators der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) ist für das 4. Quartal 2009 und das 1. Quartal 2010 mit einem Wachstum des realen BIP von 0,7% bzw. 0,5% (saison-und arbeitstägig bereinigt, im Vergleich zum Vorquartal) zu rechnen. Dies bedeutet nach einem Wachstum von 0,5% im 3. Quartal 2009 eine Fortsetzung des positiven Wachstumstrends zu Beginn des Jahres 2010.

"Trotzdem darf nicht übersehen werden, dass das derzeitige Wachstum wesentlich auf temporären Faktoren beruht. Für die folgenden Quartale muss deshalb möglicherweise wieder mit einem tendenziell schwächeren Wachstum gerechnet werden", so OeNB-Gouverneur Nowotny zu den Risken der aktuellen Konjunkturentwicklung. Gegenüber der letzten Veröffentlichung des Konjunkturindikators vom Oktober 2009 wurde die Wachstumsprognose für das 4. Quartal um 0,3 Prozentpunkte nach oben revidiert. Für das Gesamtjahr 2009 ergibt sich aufgrund des starken Einbruchs zu Jahresbeginn ein massiver Rückgang der Wirtschaftsleistung um 3,6%.

Die österreichische Wirtschaft ist - genauso wie der Euroraum - im 3. Quartal 2009 zum ersten Mal nach dem schweren Einbruch wieder gewachsen. Die Prognose für das 4. Quartal 2009 und das 1. Quartal 2010 ist von der deutlichen Stimmungsaufhellung und der Erholung auf den Finanzmärkten getrieben. Aber auch derzeit verfügbare harte Fakten zeichnen ein gegenüber dem 1. Halbjahr deutlich positiveres Bild. So stieg etwa die Industrieproduktion von Mai bis Oktober um 4,3% (saison- und arbeitstägig bereinigt). Die Exporte entwickeln sich ebenfalls günstig. Die Ergebnisse des auf LKW-Fahrleistungsdaten der ASFINAG basierenden OeNB-Exportindikators deuten auf ein kräftiges Wachstum der Güterexporte im 4. Quartal hin (+3,1% gegenüber dem Vorquartal). Ebenfalls robust entwickelt sich der Konsum, allerdings werden die positiven Effekte der hohen Reallohnzuwächse im Jahr 2009 und der Konjunkturpakete auslaufen, während die Arbeitslosigkeit weiterhin zunimmt. Die Konsumdynamik wird sich daher tendenziell abschwächen. Als wichtigster Wachstumsdämpfer fungieren derzeit die Investitionen. Die massive Verunsicherung am Höhepunkt der Krise hat die Untenehmen veranlasst, ihre Investitionstätigkeit deutlich einzuschränken und Lagerbestände abzubauen. Die derzeit vorhandenen Überkapazitäten bremsen die Investitionen weiterhin, vom Wiederaufbau der Lager sind hingegen kurzfristig noch positive Wachstumsimpulse zu erwarten. Insgesamt ist jedoch mit dem Auslaufen der expansiven geld- und fiskalpolitischen Impulse im Verlauf des Jahres 2010 mit einer Abschwächung der wirtschaftlichen Dynamik zu rechnen.

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