Kabarettpreis "Salzburger Stier 2010" an Wilfried Schmickler (D) und Michel Gammenthaler (CH) - "Ehrenstier" für Werner Schneyder (A)

Wien (OTS) - Die Gewinner des "Salzburger Stier 2010" stehen fest:
Ausgezeichnet werden Wilfried Schmickler aus Deutschland und Michel Gammenthaler aus der Schweiz. Ö1 hat heuer von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, einen "Ehrenstier" zu vergeben - an Werner Schneyder. Der "Ehrenstier" wird in unregelmäßigen Abständen vergeben und gilt als Auszeichnung für das Lebenswerk. Der renommierte Radio-Preis für deutschsprachiges Kabarett ist mit je 6000 Euro dotiert und wird beim Kabarettforum "Salzburger Stier" am 7. und 8. Mai im Theater Chur in der Schweiz überreicht, Gastgeber ist das Schweizer Radio DRS.

Eigentlich wollte Werner Schneyder, der sich selbst als "Kabarentner" bezeichnet hat, nach seiner 13jährigen Kabarettpause in Österreich sein Programm "Ich bin konservativ" am 12.11.2009 nur ein Mal im Burgtheater spielen. Aber der große Erfolg im ausverkauften Haus, die euphorischen Resonanzen und die große Publikumsnachfrage haben Werner Schneyder zu einer Wiederholung des Abends im Jänner 2010 bewogen.

Im Jahr 2008 wurde Werner Schneyder von den Ruhrfestspielen in Recklinghausen eingeladen, den Eröffnungsabend mit einer satirischen Lesung zu bestreiten. Da beschloss der Autor, angesichts der Größe des Festspielhauses und der erwarteten 1000 Leute, nach 12jähriger Pause und dem "unwiderruflichen" Abtreten von der Kabarettbühne seine besten Soli, Szenen und Chansons wieder aufzuführen. Beim Zusammenstellen des Programms überkam ihn der zwingende Ehrgeiz zu aktualisieren, zu ergänzen, die klassischen Texte in Relation zur Gegenwart zu setzen. Es entstand das von Christoph Pauli am Flügel begleitete Programm "Ich bin konservativ", das von Publikum und Presse gleichermaßen enthusiastisch aufgenommen wurde. In diesem Jahr erfuhr Werner Schneyder übrigens auch eine der größten Würdigungen seiner Karriere, den "Stern der Satire" des "Deutschen Kabarettarchivs".

Werbetexter, Autor, Journalist, Drehbuchautor, Stückeschreiber, Schauspieler, Regisseur, Dramaturg, Moderator, Box-Kommentator, Chansonsänger, Kabarettist - nicht umsonst betitelte Werner Schneyder seine Autobiografie "Meine zwölf Leben". Der promovierte Kunsthistoriker und Publizist wurde am 25. Jänner 1937 in Graz geboren. Nach dem Studium arbeitete er als Werbetexter, bis er 1962 als Dramaturg für die Landestheater Salzburg und Linz tätig war, daneben versuchte er sich auch als Stückeschreiber. Von 1965 an arbeitete Schneyder als freier Autor, bis ihn Kurt Weinzierl mit dem Kabarettisten Dieter Hildebrandt zusammenführte: 1974 begann die achtjährige Erfolgspartnerschaft des Duos - das im gesamten deutschen Sprachraum Furore machte - in der "Münchner Lach- und Schießgesellschaft". 1982 trennte sich das Duo, Schneyder tourte als Solo-Kabarettist durch Österreich und Deutschland. Mit Beginn des Jahres 1996 beendete Werner Schneyder seine Karriere im Kleinkunst-Bereich und arbeitet seither als Autor und Regisseur. Schneyder, Mitglied des österreichischen PEN-Clubs und Träger zahlreicher Auszeichnungen, wie dem Nestroy-Ring der Stadt Wien und dem Deutschen Kleinkunstpreis, veröffentlichte im Laufe seiner Karriere zahlreiche Bücher, zuletzt erschienen ausgewählte Erzählungen, "Die Socken des Kritikers" (Verlag LangenMüller).

Der "Salzburger Stier 2009" für Deutschland geht an Wilfried Schmickler. Seit drei Jahrzehnten bereits bespielt der Kabarettist, Satiriker, Fernseh- und Radio-Macher die deutschen Kleinkunstbühnen. Zuerst mit dem Ensemble "Matsche, Wörks und Pullrich", dann mit dem "3Gestirn" und seit 2002 als Solist. Pünktlich zum 30jährigen Bühnenjubiläum präsentierte Wilfried Schmickler sein viertes Solo-Programm mit dem Titel "Es war nicht alles schlecht". Dabei geht sein kabarettistischer Blick "zurück nach vorn" und er zeigt noch einmal vom Alten das Beste und vom Neuen das Neueste. Getreu dem Motto: Prügel, wem Prügel gebührt. Und er führt sie alle vor: die großen und kleinen Koalitionäre des Stillstands, die kranken Wunderheiler und gesunden Volksempfinder, die paranoiden Schießhunde-Halter und nimmersatten Heuschrecken-Züchter. Wilfried Schmickler garniert das Ganze dann noch mit ein paar älteren Witzchen und dem einen oder anderen lustigen Liedchen - bissig und bitterböse, sarkastisch und unglaublich komisch. Dabei ist Wilfried Schmickler dann, wie die "Süddeutsche Zeitung" so treffend formulierte, "Ein brillanter Moralist, der weiß, dass er die Welt nicht verändern kann. Er weiß aber auch, dass er sie deswegen noch lange nicht hinnehmen muss."

Der Schweizer "Stier"-Preisträger Michel Gammenthaler ist ein Bühnenkünstler, der sich sekundenschnell in andere Mentalitäten verwandelt, einer, der seine Pointen aus der grössten Unscheinbarkeit heraus setzt. Ein Zauberer, Schauspieler und Stand-up Comedian mit einer außergewöhnlichen Bühnenpräsenz. Unverkrampft eröffnet Gammenthaler als Conférencier seine Abende, um dann mit der Überraschungsgabe des Magiers nach und nach neue Figuren aus dem Ärmel zu ziehen. Nur Kopftuch, eine Wollmütze, ein Schal lassen ihn jeweils altern, jünger werden, als süddeutscher Esoteriker Volker Hagemann die Sprachmelodie wechseln oder als Hellseher Dimitri Banocek die Gedanken seiner Zuschauer lesen. Gammenthaler zieht als multiple Persönlichkeit mit Gespür für Rhythmus sein Publikum nicht nur in Bann, sondern mittels interaktiver Zauber-Aktionen auch äußerst galant über den Tisch. Vor 13 Jahren bestieg er als Magier erstmals die Bühnen, seit 2002 tritt er als Solokünstler auf. Nach drei abendfüllenden Programmen ist die Mischung aus Magie und Kabarett definitiv sein Markenzeichen geworden.

Der internationale Radio-Kabarettpreis "Salzburger Stier" - seit 1982 jährlich von Rundfunkanstalten aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und seit 2004 auch aus Südtirol (ARD, ORF, DRS, RAI Bozen) vergeben - wird 2010 zum 29. Mal verliehen.

Den Auftakt des Kabarettforums "Salzburger Stier 2010" im Theater Chur bestreiten am 7. Mai 2010 Gunkl, der deutsche Kabarettist Jochen Malmsheimer, der Schweizer Stierpreisträger 06 Gabriel Vetter, der Berner Poetry Slammer Pedro Lenz und das ebenfalls im Berner Raum beheimatete musikalisch-poetische Duo "Schertenlaib + Jegerlehner". Der Italo-Schweizer Ferrruccio Cainero, 2003 mit dem Salzburger Stier ausgezeichnet, wird durch den Abend führen, Ö1 überträgt live ab 20.00 Uhr. Die Preisverleihung findet am Samstag, den 8. Mai 2010 ebenfalls im Theater Chur statt. Zuvor unterhalten die "Stier"-Preisträger Werner Schneyder, Wilfried Schmickel und Michel Gammenthaler mit Auszügen aus ihren aktuellen Programmen. Porträts der Ausgezeichneten sind am 16. Mai (Werner Schneyder), 23. Mai (Wilfried Schmickler) und 30. Mai (Michel Gammenthaler) im Kleinkunstmagazin "Contra" zu hören - immer sonntags um 22.05 Uhr in Ö1.(hb)

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