"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Zwischen Kopf und Bauch" (Von Kurt Horwitz)

Ausgabe vom 19.01.2010

Wien (OTS) - Den König spielen immer die anderen, heißt es am Theater. Soll heißen: Ob der Darsteller glaubwürdig wirkt, bestimmen seine Schauspielerkollegen durch ihr Verhalten.
Ähnlich ist es in der Politik: Heinz-Christian Strache ist nicht der starke Mann, als der er sich so gerne darstellt. Er nützt die Schwäche seiner politischen Mitbewerber. Und er profitiert von jenen Medien, die ihn wie einst Jörg Haider als den Herausforderer der anderen Parteien hochjubeln.

Musterbeispiel dafür liefert die Kärntner ÖVP. Ihr Chef Josef Martinz faselt davon, dass man Politik "nicht immer nur aus dem Bauch heraus machen" kann, sondern auch den Verstand einsetzen müsse. Richtig ist daran nur, dass für einen Neuwahlbeschluss zwei Drittel der Abgeordneten, also auch die Blau-Orangen anwesend sein müssten.

Hätte Martinz wirklich politischen Verstand, würde er die Zusammenarbeit mit dem neu-alten Koalitionspartner trotzdem aufkündigen. Das wäre die einzig selbstbewusste Antwort auf den jüngsten BZÖ-FPK-Zirkus.

Solange politische Mitbewerber und Medien es Strache so leicht machen, den König zu spielen, dürfen sie sich nicht wundern, dass er dabei glaubwürdig wirkt.

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