Internationale katholische Migrantenkommission tagt in Wien

Zentrales Thema ist Menschenhandel - Kardinal Schönborn hält Vortrag - Unter den Teilnehmern sind Patriarch Gregorios Laham aus Damaskus und die Kardinäle aus Sydney und Nairobi

Wien, 18.01.2010 (KAP) 200 Jahre nach der Abschaffung der Sklaverei sind nach UN-Angaben weltweit wieder mehr als 27 Millionen Menschen Opfer von Menschenhandel. Die Arbeit der Ortskirchen und der Caritasbüros, insbesondere in Europa, Afrika und Asien, gegen das Verbrechen des Menschenhandels wird auch ein zentrales Thema des diese Woche auf Einladung von Kardinal Christoph Schönborn im Wiener Kardinal-König-Haus stattfindenden Treffens des Leitungskomitees der "International Catholic Migration Commission" (ICMC) sein.

Der Wiener Erzbischof ist ICMC-Regionalverantwortlicher für Europa. Unter den hohen kirchlichen Führungspersönlichkeiten, die zu der Tagung nach Wien reisen, sind Patriarch Gregorios III. Laham (Damaskus) sowie die Kardinäle John Njue (Nairobi) und George Pell (Sydney). Bei der Tagung, die am Mittwochabend beginnt, sprechen auch Experten der Wiener UNO-Behörde zur Verbrechensbekämpfung (UNODC) und der Ständige Vertreter des Vatikans bei der UNO in Genf, Erzbischof Silvano Tomasi. Kardinal Schönborn hält am Donnerstagvormittag eine Ansprache.

Allein in Europa fallen 500.000 Frauen und Mädchen jährlich in die Hände von Schlepperbanden. In Wien, so schätzt die OSZE, sind rund 50 bis 70 Prozent der Prostituierten Opfer von Menschenhandel.

Ebenfalls auf dem Programm der ICMC-Tagung stehen die dramatischen Flüchtlingskrisen in Südasien - insbesondere Pakistan und Sri Lanka - sowie im Nahen Osten, hier vor allem im Irak.

Bei einem von Kardinal Schönborn geleiteten Gottesdienst am Donnerstag, 19 Uhr, im Wiener Stephansdom konzelebrieren auch Patriarch Gregorios, Kardinal Njure und Kardinal Pell.

Die ICMC wurde 1951 von Papst Pius XII. gegründet und hat ihren Sitz in Genf. Präsident ist der Amerikaner John Klink. Die ICMC steht in enger Verbindung mit dem Caritas Weltdachverband ("Caritas Internationalis") und ist sozusagen dessen Pendant auf dem Gebiet der Flüchtlings- und Migrantenarbeit. (Informationen im Internet:
www.icmc.net)

(forts. mgl.)
nnnn

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/510

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KAT0002