Leitl: Jungunternehmer leisten "Mut-Schub" in der Krise

Wieder mehr als 29.000 neue Unternehmen in Österreich - Forderungen der JW nach Beteiligungsfreibetrag und halber Arbeitslosenversicherung auf 2 Jahre für Gründer

Wien (OTS/PWK029) - Anlässlich der Präsentation der Jungunternehmerzahlen 2009 heute, Montag, sprach der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, Christoph Leitl, von einem "Mut-Schub in der Krise", den die Jungunternehmer leisten. So haben auch im abgelaufenen Jahr die Unternehmensneugründungen die 29.000er Marke durchbrochen, konkret wurden 29.051 Unternehmen 2009 neu gegründet (2008: 29.536). Erfreulich ist auch, so Leitl, dass die Überlebensquote der jungen Unternehmen ungebrochen hoch ist, denn 95 Prozent überleben das erste Jahr, nach fünf Jahren sind noch immer 70 Prozent voll im Geschäftsleben. "Damit sind wir europaweit Spitze, denn hier liegt der Durchschnittswert nur bei 50 Prozent nach fünf Jahren. Ich bin stolz auf unsere Gründer, denn sie lassen sich nicht abhalten, ihre eigenen Ideen selbständig umzusetzen", so Leitl.

Gemeinsam mit den neuen Bundesvorsitzenden der Jungen Wirtschaft, Markus Roth, betonte der WKÖ-Präsident die volkswirtschaftliche Relevanz der Unternehmensneugründungen: "Gründer schaffen direkt 66.000 neuen Jobs und tragen damit 2 Prozent der Jobs zur Gesamtbeschäftigung zusätzlich bei". Gemessen an der Insolvenzstatistik mit rund 7000 Insolvenzen 2009 und etwa 28.000 betroffenen Arbeitsplätzen, haben junge Unternehmen noch immer um 38.000 Arbeitsplätze mehr geschaffen, als durch Insolvenzen verloren gingen, so Leitl. Erfreulich sei außerdem der weiterhin hohe Frauenanteil von 40 Prozent unter den Unternehmensneugründern.

Als Mitgründe für das relativ hohe Niveau der Unternehmensneugründungen 2009 nannte der WKÖ-Präsident das immer dichtere soziale Netz für Jungunternehmer sowie die verstärkten Förderungen, etwa die Lohnnebenkostenförderung für den ersten Mitarbeiter im ersten Jahr, die freiwillige Arbeitslosenversicherung, das steuerbegünstigte Jahressechstel sowie die Förderreform des ERP-Kleinkredites, die nun seit Jahresbeginn auch Mikrounternehmen zu gute komme. Aus Sicht der Wirtschaft warte man nun aber auf die Umsetzung der GmbH Light (Mindeststammkapital 10.000 Euro), "denn diese moderne Rechtsform wird dringend gebraucht", so Leitl. 2009 wurden nämlich nach Rechtsformen um ein Prozent weniger GmbH's gegründet als noch im Vorjahr - und das bei einem geringen Ausgangsniveau von etwa 12 Prozent.

Aus Sicht der Jungen Wirtschaft (JW) und deren neuen Bundesvorsitzenden Markus Roth soll in Zukunft mehr auf Generationengerechtigkeit geachtet werden und eine Generationenpartnerschaft mit den Seniorenvertretern geschaffen werden: "Wir wollen mitreden, wenn wieder eine Hacklerregelung beschlossen wird, welche die Jungen bezahlen müssen." In Hinblick auf die Jungunternehmerpolitik fordert Roth eine Umsetzung wichtiger Forderung: "Wir brauchen den Beteiligungsfreibetrag, gerade angesichts der Zeiten schwieriger Unternehmensfinanzierungen. Damit wird Kapital für junges Wachstum geschaffen. Und ich denke es ist besser in Kematen zu investieren als auf den Caymans", so Roth. Mit dem Beteiligungsfreibetrag sollen Investoren 50.000 Euro auf 5 Jahre zu je 10.000 Euro pro Jahr steuerlich absetzen können.

Ebenfalls auf der Forderungsliste: Ein "Sicherheitspaket für Schnellstarter", nämlich die Halbierung des Beitragssatzes in der Arbeitslosenversicherung zwei Jahre nach Beendigung der Ausbildung. Damit sollen vermehrt hochqualifizierte Menschen aus Uni, FH oder HTL, die noch nie arbeitslosenversichert waren, angesprochen werden, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen. Aufgrund früherer unselbständiger Tätigkeiten sind bereits über 87 Prozent aller Gründer beitragsfrei arbeitslosenversichert.

In Hinblick auf die mit 1. September wirksam gewordene Lohnnebenkostenförderung für den ersten Mitarbeiter fordert der neue JW-Bundesvorsitzende eine Vereinfachung durch Abschaffen der bisher gültigen Altersbeschränkung von 30 Jahren. Roth unterstützt Leitl zudem in der Forderung nach Einführung der GmbH light, die in spätestens einem halben Jahr Wirklichkeit sein sollte. Die Veröffentlichungspflichten in der Wiener Zeitung sollten in diesem Zusammenhang zudem abgeschafft werden. (us)

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