BIFIE-Tagung "Bildungsstandards in der Praxis"

Großveranstaltung 20. und 21. Jänner 2010 - Austria Trend Hotel Salzburg

Salzburg (OTS) - Bildungsstandards legen fest, welche
beobachtbaren und messbaren Lernergebnisse am Ende der Bildungsabschnitte 4. und 8. Schulstufe verlässlich verfügbar sein sollen.

Diese erwünschten Lernergebnisse betreffen grundlegende Kompetenzen für jeden Lernenden. Das sind jenes Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten, die für den weiteren Lernfortschritt im jeweiligen Fach unerlässlich sind. Bildungsstandards beziehen sich somit auf den Kernbereich der Lehrpläne und präzisieren den BiIdungsauftrag der Lehrkräfte. Dies bedeutet für Schüler/innen und Erziehungsberechtigte erhöhte Transparenz und Verbindlichkeit bezüglich dessen, was Schule leisten muss.

Für Lehrer/innen stellen Bildungsstandards eine Orientierungshilfe dar, indem sie die Fokussierung auf wesentliche Unterrichtsziele im Sinne des lebenslangen Lernens erleichtern. Sie lassen aber Lehrkräften zugleich genügend Freiheit in der Unterrichtsgestaltung und in der Auswahl der Inhalte, an Hand derer Grundkompetenzen vermittelt und abgesichert werden.

Neben der Absicherung wesentlicher Lernergebnisse fordert die Verordnung zu den Bildungsstandards auch die regelmäßige Diagnose des Lernstandes jeder Schülerin/jedes Schülers und die gezielte individuelle Förderung.

Kompetenzen aufzubauen und abzusichern und vermehrte Individualisierung bedingen eine Veränderung der Unterrichtskultur und stellen somit für Lehrkräfte eine große Herausforderung dar.

Die Aufgabe des BIFIE ist es unter anderem, Pädagog/innen, Lehrer/innen-Bildner/innen und Schulleiter/innen bei dieser Aufgabe durch Unterrichtskonzepte, fachdidaktische Anregungen und vor allem durch konkrete Materialien bestmöglich zu unterstützen.

Die Tagung "Bildungsstandards in der Praxis" liefert dazu einen weiteren Beitrag: Während die vorjährige Konferenz den Fokus auf innovative Fortbildungskonzepte legte, steht heuer die konkrete Arbeit in der Klasse im Zentrum.

Zwei renommierte österreichische Experten werden in ihren Referaten Prinzipien kompetenzorientierten Unterrichtens veranschaulichen. Dazu gehört beispielsweise eine neue Aufgabenkultur, die Schüler/innen individuelle Lernwege eröffnet, die Selbsttätigkeit fördert und die zur Anwendung von Wissen in vielfältigen authentischen Situationen ermutigt. Ziel dabei ist es, von der Reproduktion auswendig gelernter Fakten wegzukommen und stattdessen Verständnis und Problemlösungskompetenz zu schaffen. Dies bedeutet z.B. für das Fach Mathematik weniger Rechnen und mehr Kommunizieren über mathematische Prozesse. Kompetenzaufbau erfordert aber auch, den Lehrstoff als Lernergebnisse zu formulieren, Nachhaltigkeit durch ständiges Wiederaufgreifen von Lehrinhalten in wachsender Komplexität zu schaffen oder informative Formen der Leistungsrückmeldung.

Ein zweiter Schwerpunkt der Konferenz wird sein, Lehrer/innen hilfreiche Materialien zur Gestaltung und Weiterentwicklung ihres Unterrichts vorzustellen, die das BIFEI entwickelt hat: Sammlungen von kompetenzbildenden Aufgabenbeispielen, Praxishandbücher mit Grundlagenwissen zu den Standards und fachdidaktischen Artikeln, Empfehlungen zur Auswahl von Lehrbüchern und zum Thema Leistungsfeststellung oder Instrumente, die Lehrkräfte bei der Diagnose und individuellen Förderung unterstützen.

Insbesondere zwei dieser Tools stellen eine Innovation im österreichischen Schulwesen dar: Die Diagnoseinstrumente zur informellen Kompetenzmessung und Videovignetten, die an Hand gefilmter Unterrichtssequenzen, ergänzt durch fachdidaktische Erklärungen, die Methodik der Kompetenzaufbaus veranschaulichen.

Die Diagnoseinstrumente stehen Lehrer/innen ab der 3. bzw. 7. Schulstufe in Deutsch und Mathematik und ab der 6. Schulstufe in Englisch online zur Verfügung. Sie bestehen aus Aufgabensammlungen, die analog zu den Standardüberprüfungen gestaltet und wissenschaftlich validiert sind. Die Schüler/innen bearbeiten diese Aufgaben online. Lehrkräfte erhalten eine differenzierte Rückmeldung über den bis dato erreichten Leistungsstand ihrer Schüler/innen in Bezug auf die in den Standards formulierten Zielkompetenzen. Darüber hinaus werden Anleitungen zur Interpretation der erzielten Ergebnisse sowie didaktische Kommentare und Empfehlungen zur weiteren Unterrichtsgestaltung zur Verfügung gestellt. Eine treffsichere Diagnose zeigt, wie weit eine Lerngruppe oder eine Schülerin/ein Schüler die in den Standards formulierten Lernergebnisse erreicht hat. Die Ergebnisse werden durch methodisch-didaktische Anregungen ergänzt und erlauben Lehrer/innen, im Unterricht gezielt und rechtzeitig nachzusteuern. Auf dieser Basis können treffsichere Maßnahmen zur Individualisierung gesetzt werden.

Schließlich werden auch heuer wieder Beispiele innovativer Fortbildungsinitiativen vorgestellt, wie z.B. der Aufbau von regionalen Netzwerken.

Weblink: www.bifie.at/bildungsstandards

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LSI Mag. Gabi FRIEDL-LUCYSHYN
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