"profil": Bedrohter Nigerianer erhebt Vorwürfe gegen Polizisten

Führerschein sei "kein Ausweis für Schwarze" - am Wachzimmer nackt ausgezogen und nach Drogen durchsucht

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, gibt es Rassismus-Vorwürfe gegen die Wiener Polizei. Am 8. Jänner hatte ein Mann zwei Nigerianer in einer Straßenbahn mit dem Messer bedroht. Als er zustechen wollte, hielten ihn seine Begleiter fest und verhinderten damit das Schlimmste. Bei der nächsten Haltestelle wartete bereits die Polizei. Der Angreifer wurde in U-Haft genommen und wegen versuchter absichtlicher schwerer Körperverletzung angezeigt.

Nun erhebt einer der beiden bedrohten Nigerianer im "profil" Vorwürfe gegen einige Polizeibeamte: Sein österreichischer Führerschein sei nicht als "Ausweis für Schwarze" akzeptiert worden, außerdem sei sein Arm verdreht und dabei verletzt worden, am Wachzimmer habe man ihn gewaltsam nackt ausgezogen und nach Drogen untersucht. Gefunden wurde nichts.

Die Polizei stellt den Fall laut "profil" so dar: Der Nigerianer habe sich nicht ausweisen und als Zeuge mitwirken wollen und sei bei der Amtshandlung heftig geworden. Im internen Polizeiakt findet sich kein Wort darüber, dass er nach Drogen durchsucht wurde.

Der Nigerianer konnte jedoch einen Teil der Amtshandlung mit seinem Mobiltelefon aufnehmen. "profil" veröffentlicht auf seiner Homepage einen Mitschnitt, auf dem zu hören ist, wie ein Beamter zu ihm sagt: "Die Kollegen wollen bei Ihnen noch eine Personsdurchsuchung machen." Deutlich zu hören ist auch der Tumult im Wachzimmer.

Laut Polizeisprecher Manfred Reinthaler würden Rassismus- und Misshandlungsvorwürfe grundsätzlich ernst genommen und an die Staatsanwaltschaft weiter geleitet.

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/179

Rückfragen & Kontakt:

"profil"-Redaktion, Tel.: (01) 534 70 DW 3501 und 3502

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PRO0002