Wurm: Skandal-Urteil - Stellungnahme von Bandion-Ortner gefordert

Wien (OTS/SK) - "Es ist unerträglich, wie die österreichische Justiz immer wieder schrecklichste Gewalttaten von Männern an Frauen, die sich von ihnen trennen wollen, verharmlost und die Opfer mit ihren Urteilen verhöhnen", zeigte sich SPÖ-Frauensprecherin Gisela Wurm gegenüber dem SPÖ-Pressedienst empört über einen heute bekannt gewordenen Fall am Wiener Landesgericht. Ein österreichischer Staatsbürger türkischer Herkunft griff im Oktober 2009 zu einem Messer und stach seiner Frau über ein Dutzend Mal in Kopf, Brust und Hals. Die Justiz spricht in diesem Fall von einer "allgemein begreiflichen, heftigen Gemütsbewegung" wegen des Scheidungsvorsatzes seiner Gattin. "Hier wird geradezu Verständnis von seiten der Justiz suggeriert, dass auf einen Trennungswillen der Frau eine Gewalttat des Mannes folgt. Ich erwarte mir dazu eine Stellungnahme von Justizministerin Bandion-Ortner, dies ist nicht länger akzeptierbar, dass hier von öffentlicher Seite Gewalttaten verharmlost werden", so Wurm. ****

Die Staatsanwaltschaft führt in ihrer Anklageschrift weiter aus, dass "gerade Ausländer oder Personen mit Migrationshintergrund sich häufig in besonders schwierigen Lebenssituationen befinden, die sich, auch begünstigt durch die Art ihrer Herkunft, in einem Affekt entladen kann". "Hier manifestieren sich Stereotype, Vorurteile und Rollenmuster in Urteilsbegründungen, die eines modernen, fortschrittlichen Justizsystems unwürdig und inakzeptabel sind. Das häuft sich in letzter Zeit und das werden wir mit Sicherheit nicht länger hinnehmen", stellte die SPÖ-Frauensprecherin klar. (Schluss) up/cv

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