Seniorenrat nimmt Stellung zu aktuellen Pensionskassen-Ergebnissen

Khol und Blecha fordern rasche Verhandlungen

Wien (OTS) - Anlässlich der aktuellen Medienberichterstattung machen die Präsidenten des Österreichischen Seniorenrates, Dr. Andreas Khol und Karl Blecha erneut darauf aufmerksam, dass die gestern genannten positiven Jahresergebnisse (durchschnittlich 9%) der Pensionskassen nicht mit den Pensionserhöhungen für deren Leistungsbezieher gleichzusetzen sind. Gleichzeitig erinnern Khol und Blecha an die längst nötige Reform des Pensionskassengesetzes und die im Rahmen der Pensionsverhandlungen dem Seniorenrat zugesagten Verhandlungen zur Pensionskassenreform für den Jahresbeginn.

Nüchtern festgestellt werden kann, dass einige Pensionskassen -nach Jahren mit zum Teil hohen Verlusten - im Jahr 2009 jenes Ergebnis erzielt haben, das sie eigentlich vertraglich dauerhaft "versprochen" haben. Wenn es bei vielen Leistungsberechtigten dadurch endlich einmal zu einer Erhöhung um rund 2% der - in den letzten 8 Jahren teils um bis zu 45% gekürzten - Pensionskassen-Pension kommen dürfte, ist dies der vorgesehene Normalfall. Trotz des positiven "normalen" Ergebnisses für 2009 bleiben aber für viele die genannten hohen Verluste unverändert aufrecht und sie sind für die Leistungsberechtigten de facto nie mehr aufholbar. Der Österreichische Seniorenrat als gesetzlich anerkannte Interessenvertretung der Älteren, ersucht daher die Medien, dies bei der Berichterstattung in Zukunft verstärkt zu berücksichtigen.

Gleichzeitig teilen Khol und Blecha die Meinung, dass einige politische Entscheidungen in den letzten Jahren mitverantwortlich für die Pensionskassen-Misere sind. Im speziellen verweisen sie dabei auf folgende Punkte, die zu Lasten der Pensionskassen-Berechtigten umgesetzt wurden:
a) Verspätete Absenkung des Rechnungszinssatzes,
b) De facto Abschaffung der Mindestertragsgarantie und
c) Erhöhung der Aktienquote auf 70%.

Unter Hinweis auf die zugesagten Verhandlungen werden die Verantwortlichen aufgefordert, die Interessen der Pensionskassen-Leistungsberechtigten verstärkt zu berücksichtigen und nun folgende Forderungen rasch umzusetzen.
a) Abfindungs-Steuermodell (bei Verbleib in der Pensionskasse) oder Auszahlung der Deckungsrückstellung > jeweils mit steuerlicher Begünstigung
b) Schwankungsrückstellung > Befreiung von der Dotationsverpflichtung - wenn der vereinbarte Rechnungszinssatz nicht erwirtschaftet wurde. c) Vertretung von Pensionskassen -Leistungsberechtigten in den Aufsichtsräten von Pensionskassen.

Dieses ausgewogene Forderungspaket zeigt die verantwortungsvolle Politik des Österreichische Seniorenrates, der nicht wie z.B. beim Bankenpaket Geld fordert, sondern - im Gegenteil - das Abfindungs-bzw. Auszahlungsmodell würde im Jahr der Anwendung dem Staat außerordentliche Budgeteinnahmen in beträchtlicher Höhe bringen.

Daher ist jetzt die Politik gefordert, diesen Forderungen des Österreichischen Seniorenrates nachzukommen, um die teils beträchtlichen Verluste von bis zu 45% der betroffenen Leistungsberechtigten einigermaßen zu reduzieren und somit auch die 2. Säule der Altersversorgung in Österreich wieder zu stabilisieren.

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