Nachfragegerechte Hochschulentwicklung für Wirtschaft aktueller denn je

Auf neuen Bildungsminister warten große Herausforderungen

Wien (OTS/PWK024) - "Wer auch immer Bundesminister Johannes
Hahn nachfolgen wird, wird viel zu tun haben", ist Michael Landertshammer, Leiter der Abteilung für Bildungspolitik der WKÖ, überzeugt. "Wir brauchen dringend Schwerpunktförderungen für bestimmte Studienangebote, Hochschulzugangsregelungen und eine tatsächliche Studierbarkeit der Studienordnungen. Wir erwarten vom neuen Minister einen klaren Plan, um die heimischen Hochschulen zukunftsfit zu machen", so Landertshammer.

Die WKÖ fordert spürbare Schwerpunktförderungen für solche Studienangebote, die auch tatsächlich angemessene berufliche Möglichkeiten eröffnen. "Ein Hochschulstudium darf nicht nur eine Anbahnung schlecht bezahlter Nebenbeschäftigungen sein, sondern es geht darum, sich in das Wirtschafts- und Beschäftigungssystem einbringen zu können. Zu viele Akademiker schaffen das aufgrund einer verfehlten Studienwahl nicht. Unser Ruf nach mehr Technikern, Diplomingenieuren, Naturwissenschaftern sowie Wirtschafts- und Verwaltungsexperten ist aktueller denn je. Gerade in der sich abzeichnenden wirtschaftlichen Erholung werden genau diese Mitarbeiter dringend benötigt", so Landertshammer.

Zugangsregeln zum Studium erforderlich

Landertshammer erneuert zudem im Hinblick auf den Output der Hochschulen seine Forderung nach Zugangsregeln zum Studium: "Wir brauchen eine klare Regulierung im Sinne der für das betreffende Studium erforderlichen Eingangsqualifikationen sowie ein ausgewogenes Verhältnis von Studienplatzangebot und arbeitsmarktseitigem Bedarf", so Landertshammer, der in diesem Zusammenhang auf das Beispiel des österreichischen Fachhochschulwesens verweist, wo seit jeher erfolgreich praktiziert wird. Zudem müsse eine erfolgreiche Studienzulassung eines jeden Studierenden im Sinne des Fachhochschulwesens bedeuten, dass das Studium grundsätzlich in der festgelegten Regelstudienzeit absolviert werden kann.

Studienangebote sollten daher so gestaltet werden, dass Studienzeitverzögerungen praktisch ausgeschlossen werden können. "Wenn den Studienwerbern im Zulas-sungsverfahren die Studierfähigkeit bescheinigt wird, sollte die Hochschule somit auch über die Ressourcen verfügen, die Studierbarkeit die Studienrichtung zu gewährleisten", so Landertshammer, der hier auf den naheliegenden Zusammenhang zwischen Stu-dienqualität und Qualifikation der Studierenden verweist, der vielerorts nicht zur Kenntnis genommen wird.

Den Beitrag der Studierendenproteste der letzten Wochen sieht Landertshammer grund-sätzlich positiv, weil die öffentliche Meinung nun den Handlungsbedarf in der Hochschul-politik erkannt hat. Problematisch wird es aber dann, wenn die hochschulpolitischen Anliegen wichtiger Interessengruppen ignoriert werden. "Es gehört zu den Aufgaben eines gut funktionierenden Hochschulsystems, die beruflichen Erfordernisse der zukünftigen Hochschulabsolventen im Auge zu behalten", so Landertshammer abschließend. (us)

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