ÖGB: Pensionskassen müssen auch Risiko übernehmen

Nicht alles darf den ArbeitnehmerInnen aufgebrummt werden - Erträge 2009 "kein Grund, stolz zu sein"

Wien (OTS/ÖGB) - Die Begeisterung der Pensionskassen über deren Ertragslage kann der ÖGB nicht teilen. "Wenn man sich anschaut, dass der ATX im gleichen Zeitraum um mehr als ein Drittel gestiegen ist, kann man kaum noch stolz sein auf neun Prozent Ertrag", sagt Bernhard Achitz, Leitender Sekretär im ÖGB. Die Differenz erklärt er sich damit, dass die Kassen nicht dort investieren würden, wo der beste Ertrag zu holen wäre, sondern in Produkte von jenen Banken, die Eigentümerinnen der Pensionkassen sind. Achitz: "Der ÖGB fordert ein Verbot von solchen Investments in die eigenen Muttergesellschaften."++++

Neun Prozent Ertrag und die damit verbundenen geringen Erhöhungen der Zusatzpensionen seien nur ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn man ein wenig zurückdenkt: Viele PensionistInnen haben massive Kürzungen hinnehmen müssen. "Von einem niedrigen Ausgangspunkt lässt es sich leicht wachsen. Man darf aber nicht vergessen: Ist der Kurs in einem Jahr um 50 Prozent gefallen, muss er um 100 Prozent steigen, damit er wieder den Ausgangswert erreicht", rechnet Achitz vor.

Neben dem Investitionsverbot in die Muttergesellschaften der Pensionskassen fordert der ÖGB weitere Reformschritte:

+ sichere und transparente Veranlagung
+ niedrigere und transparente Verwaltungskosten
+ Möglichkeit, jederzeit die Pensionskasse zu wechseln
+ Möglichkeit, aus der Pensionskasse auszusteigen

"Zusätzlich sollen die Eigentümer der Pensionskassen verpflichtet werden, Ertragsausfälle zu ersetzen, wenn ihre Veranlagungen nicht die versprochene Rendite bringen. Denn derzeit haben die Pensionskassen und ihre Eigentümer so gut wie überhaupt kein Risiko -das bleibt vor allem bei den ArbeitnehmerInnen und den PensionistInnen hängen", kritisiert Achitz.

ÖGB, 14. Jänner 2010

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