BAGS-Aktionstag: Soziale Arbeit ist mehr wert!

Kaske: "Top-Leistung gibt es nicht zu Dumping-Preisen." Stein: "Bevölkerung profitiert von Investitionen in Pflege und Betreuung."

Wien (OTS/ÖGB) - Mit Demonstrationen in Wien, Linz, Graz und Klagenfurt machen heute die Beschäftigten des privaten Sozial- und Gesundheitsbereichs Druck für einen angemessenen Kollektivvertragsabschluss. Denn das bisherige Angebot der Berufsvereinigung von Arbeitgebern für Gesundheits- und Sozialberufe (BAGS) bleibt weit hinter vergleichbaren Kollektivvertragsabschlüssen für 2010 zurück. Mit ihren Forderungen richten sich die ArbeitnehmerInnen und die Gewerkschaften vida und GPA-djp neben den Arbeitgebern auch an die Politik, die für die Finanzierung des Sozial- und Gesundheitsbereiches verantwortlich ist. ++++

Wo laufend Geld für die Rettung maroder Banken vorhanden sei, müsse es auch Geld für den Gesundheits- und Sozialbereich geben, nahm vida-Vorsitzender Rudolf Kaske bei der Abschlusskundgebung am Wiener Ballhausplatz die zuständigen Politiker auf Bundes- und Länderebene in die Pflicht. "Die Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialbereich sind 365 Tage rund um die Uhr im Einsatz. Diese Leistung gibt es nicht zu Dumpingpreisen", so Kaske.

"Investitionen in und Ausgaben für die Pflege kommen der gesamten Bevölkerung zugute", appellierte die Bundesgeschäftsführerin der GPA-djp, Dwora Stein, an die Dienstgeber, ihre Verantwortung wahrzunehmen. "Der Bedarf an Betreuung und Pflege steigt ständig, die Qualität der Versorgung zu gewährleisten ist eine zentrale Herausforderung in unserer Gesellschaft. Pflege ist eine Zukunftsbranche, vor allem für die Frauen - die Rahmenbedingungen müssen für die PatientInnen, die KlientInnen und für die Beschäftigten stimmen", sagte Stein.

Drei ergebnislose Verhandlungsrunden - 80.000 Beschäftigte betroffen

Bisher fanden zwischen GPA-djp/vida und der Arbeitgeberseite drei Verhandlungsrunden statt. Das Angebot der Arbeitgeber für die kollektivvertragliche Lohnerhöhung lag zuletzt bei 1,1 Prozent (mit einem Mindestbetrag von 22 Euro brutto). Für die Ist-Lohn/Gehaltserhöhung boten die Arbeitgeber gar nur 0,9 Prozent.

Dabei liegen die Einkommen im Sozial- und Gesundheitsbereich schon derzeit um ein Fünftel unter dem Durchschnittseinkommen aller Branchen. Viele Arbeitgeber haben deshalb große Schwierigkeiten, Fachpersonal zu bekommen. "Die Beschäftigten forden zu Recht mehr Geld. Soziale Arbeit ist mehr wert!", stellten Stein und Kaske klar.

Auch in arbeitsrechtlichen Belangen spießt es sich. Die Arbeitgeber fordern eine Jahresdurchrechnung bei der Arbeitszeit sowie die Abschaffung der fünfzigprozentigen Zuschläge für die 39. und 40. Arbeitsstunde - also eine einseitige Flexibilisierung zulasten der Beschäftigten. Obendrein sperren sich die Arbeitgeber gegen die Gewerkschaftsforderung nach einer Anrechnung von Zeiten der Elternkarenz im Lohn- und Gehaltsschema.

Der BAGS-Kollektivvertrag gilt für rund 80.000 Beschäftigte im privaten Gesundheits- und Sozialbereich. Dazu gehören ArbeitnehmerInnen in der mobilen Pflege und Betreuung, in Pensionistenwohnhäusern und Pflegeheimen, in der Betreuung von Menschen mit Behinderung und in der Kinder- und Jugendbetreuung. Auch für ArbeitnehmerInnen in sozioökonomischen Beschäftigungsbetrieben und gemeinnützigen Beschäftigungsprojekten gilt der BAGS-KV.

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