Finanzkrise trifft Konsumenten hart: AK zieht Beratungsbilanz für 2009

Linz (OTS) - Fehlberatungen bei Anlageprodukten oder Wertpapieren, die plötzlich nichts mehr wert sind: Die Wirtschaftskrise hat vielen Oberösterreichern/-innen nicht nur den Arbeitsplatz, sondern auch die Ersparnisse gekostet. Diese Probleme dominierten im Vorjahr die Beratungspraxis der AK-Konsumenteninformation. Insgesamt wandten sich 2009 rund 120.000 Konsumenten/-innen an die AK Oberösterreich.

"Durch unsere Tätigkeit haben sich Oberösterreichs Konsumentinnen und Konsumenten im Vorjahr rund 10,3 Millionen Euro erspart", zieht AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer Bilanz über das abgelaufene Jahr 2009. Der Schwerpunkt der Beratungstätigkeit der Konsumentenexperten/-innen lag bei der Finanzkrise. Kalliauer: "Hier waren die Probleme der Ratsuchenden am gravierendsten, haben doch viele einen Großteil ihrer Ersparnisse von einem Tag auf den anderen verloren." Die Hauptursache dafür liegt aus Sicht der AK eindeutig in Fehlberatungen im Anlagenbereich. Die AK hat deshalb 2009 die geschädigten Konsumenten/-innen mit Musterprozessen und Sammelklagen gegen Vermögens- und Finanzberatungsfirmen wie AWD und Meinl European Land unterstützt.

Auffallend wenig Verständnis für die finanzielle Situation "krisengeschüttelter" Konsumentinnen und Konsumenten ortete die AK im Vorjahr bei den Banken und Finanzdienstleistern: Zinsen bei Neukrediten wurden nicht gesenkt, Überziehungsrahmen einfach gekürzt, berechtigte Beschwerden wegen Fehlberatung schlicht ignoriert. Für AK-Präsident Kalliauer eine wenig kundenfreundliche und kaum nachvollziehbare Haltung der Banken: "Gerade in der Krise würden viele Arbeitnehmer einen Überziehungsrahmen als Polster brauchen, um ihre Ausgaben dem gesunkenen Einkommen rasch anpassen zu können." Gerade das Gegenteil ist der Fall: Die Banken erhöhten ihre Gewinnspannen noch - auf Kosten der Konsumentinnen und Konsumenten.

Als "Sorgenkind" entpuppte sich 2009 in der Beratungspraxis der AK-Konsumentenberater/-innen auch das Internet. Zu Problemen im World Wide Web gab es zahlenmäßig die meisten Anfragen bei der AK-Konsumenteninformation. Die meisten betrafen sogenannte Lockangebote: vermeintliche Gratis-Angebote, die sich letztlich meist als teure Abos herausstellten.

Von den insgesamt 120.000 Anfragen bei der Konsumenteninformation der AK im Vorjahr konnten 90.000 gleich am Telefon und über 6.000 per E-Mail bearbeitet werden. Eine große Rolle spielte 2009 auch die Information der AK-Mitglieder im Internet.

Auf www.ak-konsumenten.info wurden insgesamt 1,4 Millionen Zugriffe gezählt. Die laufenden Produkttests, Preisvergleiche, Online-Rechner und topaktuellen Infos zu den verschiedensten Themen wurden von Oberösterreichs Konsumentinnen und Konsumenten besonders gut angenommen.

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