AK: Neue Spielregeln für Managergehälter jetzt

Aus der Krise lernen: Vorstandsvergütung neu regeln und Obergrenzen für die steuerliche Absetzbarkeit von Vorstandsvergütungen einführen

Wien (OTS) - "Wir brauchen neue Regeln für Managergehälter", sagt AK Direktor Werner Muhm anlässlich einer heutigen Diskussionsveranstaltung der Arbeiterkammer. Kurzfristige Gewinnmaximierung, exorbitante Zuwachsraten für AktionärInnen und ManagerInnen - das sind die Zutaten, die maßgeblich zur aktuellen Wirtschaftskrise beigetragen haben. Nicht zuletzt die herrschenden Vergütungsstrukturen für das Management haben eine nachhaltige Entwicklung in Unternehmen durch das Eingehen teils unverantwortlicher Risiken gefährdet: "Es ist höchste Zeit für neue Vergütungssysteme, um langfristiges Wirtschaften und gesamtverantwortliches Handeln in den Vordergrund zu stellen. Die Europäische Kommission und Deutschland haben dazu bereits erste notwendige Schritte gesetzt, jetzt ist Österreich an der Reihe", betont Muhm, "Es ist nicht akzeptabel, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine Krise zahlen müssen, die sie nicht verursacht haben - Manager aber nach wie vor etwa das 48-fache ihrer Beschäftigten verdienen."

Statt einseitig nur auf den Aktienkurs zu setzen, müssen Unternehmensziele künftig an ökologische, soziale bzw. beschäftigungsrelevante Kriterien - etwa die Schaffung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen - geknüpft sein. Die Gesamthöhe der Vorstandsbezüge muss in einem angemessenen Verhältnis zur Leistung des Vorstands, zur Lage und Entwicklung der Gesellschaft sowie zur üblichen Vergütung stehen. Außerdem ist auch auf die Höhe und Entwicklung der Löhne und Gehälter innerhalb des Unternehmens Rücksicht zu nehmen. Langfristig ausgerichtete Boni sollten auch erst nach Erreichung der Ziele ausbezahlt werden.

"Derzeit können Vorstandsbezüge uneingeschränkt von den Unternehmen als Betriebsausgabe von der Körperschaftssteuer abgesetzt werden", kritisiert Muhm, "Bei Einkünften, die über 500.000 Euro hinausgehen, sollte das nicht mehr möglich sein." Eine Begrenzung der steuerlichen Absetzbarkeit auf 500.000 Euro würde alleine bei den Vorstandsvergütungen der 85 ManagerInnen der ATX Unternehmen zu zusätzlichen Einnahmen bei der Körperschaftssteuer in der Höhe von mehr als 16 Millionen Euro führen.

In Österreich fehlt es außerdem an Gesetzen, die für mehr Transparenz und Angemessenheit bei der Vorstandsvergütung sorgen. Im Jahr 2008 hat laut Geschäftsberichten nicht einmal jedes vierte börsennotierte Unternehmen die Vorstandsvergütung individuell veröffentlicht, obwohl in den Benimmregeln für börsennotierte Unternehmen - dem erst kürzlich novellierten Corporate Governance Kodex - eine entsprechende Empfehlung vorliegt. "Hier zeigt sich, dass das Prinzip Freiwilligkeit nicht funktioniert und es dringend gesetzlich verbindlicher Regelungen bedarf", so Muhm.

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