Neues Volksblatt: "Höchste Zeit" (von Werner Rohrhofer)

Ausgabe vom 14. Jänner 2010

Linz (OTS) - Wieder einmal steht die Kirche vor einer Austritts-Statistik und starrt auf die dramatischen Zahlen. Und reflexartig kommen von allen Seiten die Erklärungsversuche und Begründungen. Die Kirche passt sich zu sehr dem Zeitgeist an, sagt die eine Seite. Die Kirche ist nicht auf der Höhe der Zeit, sagt die andere Seite. Das wird im medialen Diskurs noch ein paar Tage so weitergehen. Etwas länger werden sich die kirchlichen Gremien mit der Statistik befassen. Und das wird's dann, so wie jedes Jahr, gewesen sein. Bis zum Jänner 2011, wenn die neuen Austrittszahlen veröffentlicht werden. Doch es ist - unchristlich fluchend gesagt -verdammt nochmal höchste Zeit, dass dieser Ablauf der Dinge durchbrochen wird. Dass die erwähnten "zwei Seiten" endlich begreifen, dass gegenseitige Schuldzuweisungen nichts bringen. Dass jenes Evangelium, auf das sich beide Seiten berufen, sie verpflichtet, in Liebe und Geschwisterlichkeit gemeinsam den Weg der Nachfolge Jesu in der heutigen Zeit und für die Menschen von heute zu gehen. Dann wird die Kirche nicht mehr das Bild einer "Streithansl-Partie im Namen Christi" vermitteln. Vielmehr wird die Kirche wieder "sympathisch" für die Menschen sein und ein "Haus", aus dem man nicht so leicht auszieht.

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