Exportmarkt China zwischen Risiko und Hoffnung

OeKB Versicherung ortet neuen Trend zu Geschäften auf offene Rechnung bei Exporten nach China, wo das Wirtschaftswachstum nun Nebenwirkungen zeigt.

Wien (OTS) - Zwar wurde der chinesische Bankensektor durch die internationale Krise bisher kaum getroffen, aber aufgrund der hohen Abhängigkeit von Exporten in die großen Industriestaaten ist der lange Zeit boomende Außenhandel stark zurückgegangen. Dank des gewaltigen staatlichen Konjunkturprogrammes wird für 2009 trotzdem mit einem Wirtschaftswachstum von 8,2 % gerechnet. Die OeKB Versicherung sieht daher intakte Chancen für österreichische Exporteure. Beobachter weisen auf die Gefahr der Entstehung neuer Blasen hin, da zur Ankurbelung der Inlandsnachfrage in China vermehrt zu günstige Kredite vergeben wurden. Viele Abnehmer wollen weiters keine Akkreditive mehr eröffnen. Vor diesem neuen Risiko einer unzureichenden Absicherung warnt die OeKB Versicherung China-Exporteure.

Trendwende zur offenen Rechnung

Karolina Offterdinger, Vorstand der OeKB Versicherung AG, stellt eine schleichende Veränderung in der Geschäftspraxis fest. In der Vergangenheit seien Exportgeschäfte nach China noch großteils mit Akkreditiven abgesichert worden. "Aus dem Kontakt mit unseren Kunden wissen wir, dass China-Exporte heute vielfach auf offene Rechnung durchgeführt werden müssen. Die daraus resultierende Unsicherheit für Exporteure ruft uns als Kreditversicherer auf den Plan." Diese Trendwende führt Offterdinger unter anderem darauf zurück, dass chinesische Käufer mit wachsender Marktposition verhandlungsstärker werden. Die Bereitschaft, kostenintensive Akkreditive zu eröffnen, sinke. Offterdinger gibt zu bedenken, dass ein abgeschlossener Akkreditivvertrag dem Exporteur zwar gewisse Sicherheit biete, aber auch ein solcher nicht vor Zahlungsausfällen schütze. "Es besteht noch immer das Risiko, dass selbst die Akkreditivbank insolvent wird", verdeutlicht Offterdinger.

Gefahr der Blasenbildung durch unmäßige Kreditvergabe

Die Banken wurden von der Regierung angehalten vermehrt günstige Kredite zu vergeben, um die Inlandsnachfrage anzukurbeln und Unternehmen liquide zu machen. In der Folge nahmen die Darlehen in den ersten drei Quartalen um fast ein Drittel zu, die Börse und die Immobilienpreise haben zu neuen Höhenflügen angesetzt. Die Gefahr eines Anstiegs fauler Kredite im Finanzsektor, neuer Blasen, vor allem am Immobilienmarkt und einer stark steigenden Inflation wird zunehmend ernster. Die Zentralbank und die Bankenaufsicht haben aus diesem Grund schon signalisiert, die Kreditvergabe wieder stärker kontrollieren zu wollen. Ebenso will die Regierung aus Furcht vor einer Immobilienblase wieder verstärkt in den Markt eingreifen um die Geldpolitik zu straffen.

Billige Exporte als Wettbewerbsvorteil

Chinas Wachstum wurde vor allem von den billigen Exporten getrieben. Zwar besitzt China ein flexibles Währungssystem, praktisch ist der Renminbi aber an den USD gebunden. Dies hat den chinesischen Exporteuren einen Wettbewerbsvorteil gegenüber ihren europäischen und amerikanischen Konkurrenten gebracht. Schon seit Jahren werfen die EU und die USA dem Land vor, den Renminbi künstlich billig zu halten, um Exporte und so auch das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Vertragspartner der OeKB Versicherung bestätigen diese immer stärker werdende Konkurrenz.

Chinas Wirtschaftswachstum im Fokus

Die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise ist auch an der weltweit drittgrößten Volkswirtschaft nicht spurlos vorübergegangen. Die Exporte brachen im ersten Halbjahr vor allem wegen der geringeren Nachfrage der größten Handelspartner EU, USA, Japan und Südkorea um etwa 20 % ein. Besonders hart getroffen hat die globale Krise die rund 250 Mio. Wanderarbeiter, von denen circa
20 Mio. ihren Arbeitsplatz verloren haben. Trotzdem rechnet China, das mit über 2.000 Mrd US-Dollar die weltweit mit Abstand höchsten Devisenreserven hat, für 2009 mit einem Wirtschaftswachstum von mindestens 8 %. Dieses ist zurückzuführen auf das Ende 2008 verabschiedete staatliche Konjunkturprogramm in Höhe von 460 Mrd. Euro, die expansive Geldpolitik der Zentralbank und die niedrigen Zinsen. Laut Weltbank sei dieses prognostizierte Wirtschaftswachstum auch notwendig, um ausreichend neue Arbeitsplätze zu schaffen, um so den Arbeitsmarkt stabil zu halten.

Nähere Informationen zum Exportmarkt China finden Sie unter folgendem Link:
http://www.oekbversicherung.at/control/index.html?id=4337356

Über die OeKB Versicherung

Eigentümer der OeKB Versicherung AG sind zu 51 % die Oesterreichische Kontrollbank AG und zu 49 % die deutsch-französische Euler Hermes Kreditversicherungs-AG. Die OeKB Versicherung AG deckt Schäden, die durch den Ausfall von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entstehen. Dies gilt sowohl bei Zahlungsunfähigkeit oder Zahlungsverzug. Bei Exportgeschäften ist auch das politische Risiko automatisch abgesichert. Das Unternehmen ist spezialisiert auf professionelles Risikomanagement und auf die Versicherung von Risiken in Ost- und Südosteuropa, Asien und Übersee. 2008 lag der Prämienumsatz bei 21 Mio. Euro. www.oekbversicherung.at

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Barbara Steurer
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