• 13.01.2010, 10:36:26
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Treibhausgasbilanz 2008: Anhaltend sinkender Trend

Kyoto-Zielerreichung nur mit massiver Intensivierung der Massnahmen möglich

Wien (OTS) - Die Ergebnisse der aktuellen Treibhausgas-Inventur
des Umweltbundesamts zeigen im Jahr 2008, dem ersten Jahr der
Kyoto-Verpflichtungsperiode einen weiteren Rückgang der
Treibhausgasemissionen: Im Jahr 2008 wurden insgesamt 86,6 Mio.
Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente emittiert. Für die gesamte
Zielperiode zwischen 2008 und 2012 stehen 344 Mio. Tonnen
Kohlendioxid-Äquivalente zur Verfügung, dies entspricht 68,8 Mio.
Tonnen pro Jahr. Unter Berücksichtigung der flexiblen Mechanismen wie
dem JI/CDM-Programm, dem EU Emissionshandel sowie der Neubewaldung
und Entwaldung ergibt sich damit für das erste Jahr der
Verpflichtungsperiode eine Abweichung von 6,9 Mio. Tonnen zum
Kyoto-Ziel.

"Es ist zwar zu sehen, dass die Bemühungen der vergangenen Jahre
greifen und wirken, aber es ist zweifelsohne noch zu wenig. Wir
brauchen eine rasche, massive Kraftanstrengung und eine
Intensivierung der Massnahmen vor allem in den Bereichen Verkehr und
Industrie, damit wir uns dem Kyoto-Zielpfad rascher annähern als
bisher. Die Bilanz zeigt klar, in welchen Bereichen es Versäumnisse
gibt, daher brauchen wir umgehend ein Klimaschutzgesetz, in dem die
Kompetenzen, Rechte und Pflichten schwarz auf weiß geregelt sind. Die
Verhandlungen dazu laufen auf Hochtou-ren und ich apelliere an alle
Beteiligten im Bund und den Ländern, das Gesetz ge-meinsam auf
Schiene zu bringen", erklärt Umweltminister Niki Berlakovich
anlässlich der Präsentation der Treibhausgasbilanz 2008.

Die Bilanz im Detail:

Verkehr

Der Sektor Verkehr ist mit ca. 22,6 Mio Tonnen im Jahr 2008 der
zweitgrößte Emittent von Treibhausgasemissionen in Österreich. Der
Reduktionseffekt durch den Einsatz von Biokraftstoffen beträgt im
Jahr 2008 ungefähr 1,3 Mio Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente. Mit einem
Plus von 61 % seit 1990 wird in diesem Sektor die mit Abstand höchste
Zuwachsrate verzeichnet.

Industrie und Energieaufbringung

Der Sektor Industrie ist im Jahr 2008 mit ca. 26,4 Mio Tonnen
Kohlendioxid-Äquivalenten der größte Emittent an Treibhausgasen in
Österreich. Trotz verbesserter Kohlenstoffintensität steigen die
Emissionen in diesem Sektor seit 1990 aufgrund hö-herer
Produktionsmengen. Auswirkungen der Wirtschaftskrise zeigen sich in
den Emissionsdaten des Jahres 2008 noch kaum.
Die Treibhausgasemissionen des Sektors Energieaufbringung belaufen
sich 2008 auf ca. 13,5 Mio Tonnen. Die Reduktionen, die in diesem
Sektor seit 1990 erzielt wurden, sind auf den Ersatz von Kohle und
Heizöl durch Erdgas und Biomasse sowie auf Effi-zienzsteigerungen
zurückzuführen.
Seit 2005 unterliegt ein Großteil der Anlagen dieser beiden
Sektoren dem EU Emissi-onshandel; damit ist der Beitrag der
Emissionen dieser Anlagen zur Kyoto-Zielerreichung durch den
Nationalen Zuteilungsplan festgelegt.

Raumwärme

Auf den Sektor Raumwärme entfallen 2008 ca. 12,0 Mio. Tonnen
Treibhausgasemis-sionen. Der verstärkte Einsatz von Fernwärme und
Erneuerbaren Energieträgern so-wie die bessere thermische Qualität
der Gebäude führten in den letzten Jahren zu Emissionsminderungen.
Witterungsbedingt unterliegen die Emissionen in diesem Sek-tor
jährlichen Schwankungen.

Abfallwirtschaft, Landwirtschaft, F-Gase und Sonstige
Die Sektoren Abfallwirtschaft (ca. 2 Mio Tonnen) und Landwirtschaft
(ca. 7,6 Mio Ton-nen) weisen im Vergleich zu 1990 deutlich geringere
Emissionen auf. Die F-Gas-Emissionen (ca. 1,6 Mio Tonnen) und
Sonstige (ca. 0,9 Mio Tonnen) blieben seit 1990 weitgehend konstant.
Insgesamt verursachen diese vier Sektoren 12,1 Mio. Tonnen der
österreichischen Treibhausgasemissionen.

Rückfragehinweis:
Mag. Ingeborg Zechmann, Pressestelle Umweltbundesamt, 0664/611 90 94
Mag. Doris Ostermann, Pressesprecherin Umweltminister Berlakovich, 01/711 00 - 6823

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/41

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