Startschuss für den "Wiener Forschungskindergarten"

Rot-grünes Projekt im 15. Bezirk fördert Spracherwerb im frühkindlichen Alter

Wien (OTS) - In Wien ist im 15. Bezirk der "Wiener Forschungskindergarten" gestartet: Das von SPÖ und Grünen gemeinsam vereinbarte Projekt widmet sich dem Spracherwerb im frühkindlichen Alter und ist an einen städtischen Kindergarten in der Johnstraße 54 "angedockt".

"Qualitativ hochwertige Betreuung und Bildung im frühen Kindesalter sind für die Entwicklung der Kinder und vor allem für das Erlernen der Sprache von zentraler Bedeutung - genau damit wird sich der Forschungskindergarten intensiv auseinandersetzen", betonen die InitiatorInnen des Projektes, SPÖ-Gemeinderat Jürgen Wutzlhofer und die grüne Gemeinderätin Claudia Smolik. "Für das Erlernen der deutschen Sprache ist es unerlässlich, dass die Kinder auch ihre eigene Muttersprache perfekt beherrschen. Der Forschungskindergarten begreift die Sprachenvielfalt als Chance für die Kinder. Für den Standort wurde auch bewusst ein Stadtgebiet mit einem hohen Anteil an MigrantInnen und sozial schwachen Familien ausgewählt", so Smolik und Wutzlhofer.

"Wichtig für den Erfolg des Projektes ist die intensive Zusammenarbeit mit einem bestehenden Kindergarten, aber auch die verstärkte Einbindung der Eltern", betont Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch. "Frühkindliche Betreuungs- und Bildungsangebote erleichtern die gesellschaftliche Integration und leisten einen wichtigen Beitrag zur Vorbereitung der Kinder auf die Schule."

Auch Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger begrüßt diese Initiative ausdrücklich, "denn frühe Förderung legt den Grundstein für einen gelungenen Integrationsprozess".

Interdisziplinäres Forscherteam

Konkret werden im neuen Forschungskindergarten ExpertInnen aus den Bereichen Bildungswissenschaft, Psychologie, Sprachwissenschaft und Soziologie im Einsatz sein: Sie sollen in den kommenden zwei Jahren Formen, Wege und Bedingungen des Erlernens von Erst- und Zweitsprachen von Kindern in Wiener Kindergärten untersuchen. Einen Fokus bildet dabei die Untersuchung der Bedeutung von Beziehungsfaktoren und Kommunikationsformen für den Spracherwerb. Besonderes Augenmerk gilt auch den speziellen Bedürfnissen von Kindern, die zwar mehrsprachig aufwachsen, aber erst im Kindergarten verstärkt mit Deutsch konfrontiert werden.

Wesentlichste Ziele des Forschungskindergartens sind die Erarbeitung und Entwicklung von Methoden, Materialien und Modellen zur Steigerung der sprachlichen Kompetenzen von Kindern in der Erst-und Zweitsprache und die entsprechende Förderung der Kinder im Forschungskindergarten. Im Rahmen einer umfassenden Befragung und wissenschaftlichen Beobachtung und Begleitung werden wichtige Erkenntnisse über den Spracherwerb - insbesondere im Hinblick darauf, wie das Sprachenlernen mit vorhandenen Ressourcen und Personal in Kindergärten gefördert werden kann - gewonnen. Zudem werden verschiedene Aspekte des Sprachenlernens untersucht, wobei besonders herausgearbeitet wird, welche Prozesse und Bedingungen sich positiv auf den Spracherwerb auswirken.

Als eines der Ergebnisse der Forschungen wird ein sogenanntes "Toolkit" - eine Materialiensammlung - für den Erst- und Zweitspracherwerb im Kindergarten entwickelt, das nach Projektende an städtischen sowie privaten Kindergärten in Wien zum Einsatz kommen soll.

Aktive Einbindung von Kindern, PädagogInnen und Eltern

Da die Forschungsstelle direkt an einen Kindergarten angeschlossen ist, erfolgt die Forschung unter aktiver Einbindung von Kindern, PädagogInnen und Eltern. Das Forscherteam wird die KindergartenpädagogInnen unter anderem bei der Elternarbeit und bei der Aufbereitung des Spiel-und Lernmaterials unterstützen. "Und es soll auch Info-Veranstaltungen für Eltern und alle Interessierten geben", betonen Claudia Smolik und Jürgen Wutzlhofer.

Das Forschungsprojekt zum frühkindlichem Spracherwerb im Kindergarten ist eines von 33 vereinbarten rot-grünen Projekten in Wien und soll insgesamt zwei Jahre laufen. Es wird von Reinhold Eckhardt, Geschäftsführer des Vereins Zeit!Raum, koordiniert und von einem interdisziplinären Forschungsteam unter der Leitung von Ao. Univ.-Prof. Dr. Wilfried Datler vom Institut für Bildungswissenschaft der Universität Wien durchgeführt. Die Gesamtkosten für das Projekt in Höhe von 322.000 Euro übernehmen die Stadt Wien sowie weitere Unterstützer wie das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur, die Arbeiterkammer, die Wiener Städtische und MUT.

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