Kurswechsel von Kfz-GVO zu allgemeiner Schirm-GVO gefährdet Interessen der Konsumenten

Rot-weiß-roter Kfz-Handel sieht Produktvielfalt, Wahlfreiheit und Service-Sicherheit in Gefahr

Wien (OTS/PWK013) - 2010 und die kommenden Jahre könnten einschneidende - und in ihren Auswirkungen nachhaltige -Veränderungen der KMU-Struktur im heimischen Fahrzeughandel und seine Kunden bringen: Geht es nach der EU-Kommission, soll es keine Verlängerung der bisherigen KFZ-GVO oder neue branchenspezifische GVO für das Kfz-Gewerbe geben. Stattdessen plant sie den Kfz-Handel nach Auslaufen der Automobil-Gruppenfreistellungsverordnung unter die so genannte Schirm-GVO zu stellen. "Dieser von der EU-Kommission angestrebte Kurswechsel von der Kfz-GVO zur allgemeinen Schirm-GVO gefährdet allerdings die Interessen der Konsumenten", warnt Gustav Oberwallner, Obmann des Bundesgremiums des Fahrzeughandels in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Und das gleich aus mehreren Gründen, so Oberwallner:
Erstens bedarf es unter der Schirm-GVO der Zustimmung durch die Hauptmarke für den Vertrieb einer weiteren Marke. Die aktuelle Kfz-GVO ermöglicht im Gegensatz dazu den Mehrmarken-Vertrieb und erhöht damit die Produktvielfalt für die Konsumenten.
Zweitens bedingt die Schirm-GVO die Zustimmung der Hauptmarke zur Standortwahl, auch dieser Fall hat nachteilige Auswirkungen auf die Interessen der Konsumenten. Die derzeitige Kfz-GVO ermöglicht hingegen die freie Standort-Wahl für die Werkstätte bei Erfüllung qualitativer Kriterien, entsprechend den Markt- und Wettbewerbsverhältnissen."

Punkt 3 betrifft das Mehrmarken-Service: Laut Schirm-GVO müsste die Erweiterung des Service-Angebotes - unabhängig von regionalen Markterfordernissen - der Zustimmung durch die Hauptmarke erfolgen. Die derzeitige Kfz-GVO ermöglicht bei Erfüllung qualitativer Kriterien das Mehrmarken-Service. "Das erhöht die Wahlfreiheit für die Konsumenten beim Service und fördert den Wettbewerb", führt Oberwallner aus.

Und viertens sprechen Vertragsgründe eindeutig für eine Kfz-GVO:
"Die "Schirm-GVO" ist dem Prinzip der Vertragsfreiheit verpflichtet, Service-Sicherheit für Kunden hängt von individueller Vertragsregelung ab. "Die Kfz-GVO dagegen stärkt die unternehmerischen Freiheiten des Vertragspartners im Kundeninteresse. Mindestvertragsklauseln nach Art. 3 der Kfz-GVO geben durch Kündigungsfrist und die Notwendigkeit der Begründung der Kündigung auch dem Konsumenten generell langfristig Service-Sicherheit nach dem Kauf", so Oberwallner.

"Insgesamt dient die Kfz-GVO den Interessen der Autofahrer und Kunden der Fahrzeugbranche, bietet Auswahl, Servicesicherheit und garantiert den Wettbewerb. Die Schirm-GVO dagegen bringt die Hersteller auf den Fahrersitz zurück", formuliert der Fahrzeughandelsobmann. (JR)

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