WIFI leistet Beitrag zur Integration von Zuwanderern

Pilotprogramm "WIP komplett" mit Wirtschaftssprache Deutsch und interkulturellem Lernen startet in Wien

Wien (OTS/PWK012) - Jährlich lassen sich 35.000 Drittstaatsangehörige in Österreich nieder, ein Großteil davon aus der Türkei und Ex-Jugoslawien. "Unsere Wirtschaft braucht gut integrierte Zuwanderer. Aufgrund des demografischen Wandels würde ohne sie die Zahl der Bürger/innen im erwerbsfähigen Alter bereits heute sinken. Allein in Wien wird rund ein Viertel der Einzelunternehmen von Migranten geführt. Sie bereichern das Angebot in unserer Stadt und sorgen wesentlich für soziale Stabilität", betont Brigitte Jank, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien.

Vorhandene Qualifikationen besser nutzen

Der Bedarf für unterstützende Integrationsangebote speziell für Menschen aus den traditionellen Zuwanderungsländern Türkei und Ex-Jugoslawien ist hoch: Aktuelle Zahlen zeigen, dass deren Potenziale derzeit nur unzureichend erschlossen werden. 39 Prozent der im Ausland geborenen Arbeitnehmer/innen sind unter ihrem Qualifikationsniveau beschäftigt - gegenüber 16 Prozent der österreichischen Staatsbürger/innen. Eine optimale Nutzung von Ressourcen ist dies nicht. Daher will die Wirtschaftskammer insbesondere mit diesem WIFI-Bildungsangebot aktiv gegensteuern.

Lehrgangsstart in Wien

In Wien ist der Anteil der Zugewanderten aus der Türkei und Ex-Jugoslawien an der Bevölkerung im Vergleich zu den anderen Bundesländern am höchsten: Laut KMU-Forschung Austria stammen bis zu 30 Prozent der Wiener Wohnbevölkerung in erster oder zweiter Generation aus Ost- oder Südosteuropa. "Als Weiterbildungsinstitut der Wirtschaft wollen wir diesen Zuwanderern jene Qualifikationen mitgeben, die sie für eine gelungene Integration brauchen", betont WIFI Österreich-Weiterbildungsleiter Mag. Hannes Knett. Daher startet das WIFI Österreich den neuen Lehrgang zunächst in Wien. Die ersten Kurse beginnen im März 2010. In weiterer Folge ist eine Ausweitung des Angebots auf ganz Österreich geplant.

Der neue Lehrgang "WIP komplett" baut auf vorhandenen Sprachkenntnissen und Fertigkeiten auf und stärkt mit praktischen Übungen und Betriebsbesuchen die Selbstsicherheit. Ziel ist, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern oder sie beim beruflichen Um- bzw. Aufstieg zu unterstützen. "Dieser Lehrgang füllt durch die starke Praxisorientierung und enge Einbindung der Wirtschaft eine Lücke im Bildungsangebot für Migrant(inn)en. Ein vergleichbares Angebot gibt es derzeit in Österreich nicht", ergänzt Knett.

Drei Module für berufliche und gesellschaftliche Integration

"WIP komplett" richtet sich an Drittstaatsangehörige mit der Erstsprache Türkisch und Bosnisch/Kroatisch/Serbisch, die bereits Deutsch-Grundkenntnisse (GER-Niveau A2) haben und hier arbeiten (wollen). Drei Module werden parallel angeboten, die insgesamt 192 Lehreinheiten umfassen. Jeder Kurs besteht aus Klassen mit bis zu zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Berufstätige können den Lehrgang abends besuchen, für Arbeitsuchende steht ein Vormittagskurs zur Verfügung.

Im ersten Modul lernen die Teilnehmer/innen intensiv die Wirtschaftssprache Deutsch mit einer teilweisen Unterstützung in der jeweiligen Erstsprache. Das zweite Modul "Gewusst wie: Leben und Arbeiten in Österreich" beinhaltet die gemeinsame Diskussion und Reflexion von sozialen, kulturellen und demokratischen Aspekten des Lebens in Österreich und der Europäischen Union. Im dritten Modul wird die Wirtschaftssprache Deutsch durch praktische Übungen, Betriebsbesuchen, Diskussionen mit Unternehmen, Rollenspielen und Kleingruppenprojekten angewendet und gefestigt. Die Trainer/innen kommen aus der türkischen, serbischen, kroatischen und bosnischen Community in Wien.

Das Ausbildungsprogramm "WIP komplett" wird erstmals durchgeführt und vom Europäischen Integrationsfonds, dem Bundesministerium für Inneres, Union of European Turkish Democrats Austria, ATIB (Türkisch Islamische Union für kulturelle und soziale Zusammenarbeit in Österreich), vom Dachverband für serbische Vereine in Wien, LINE IN (Interkultureller Verein für Kunst und Kultur, Bosnien, Kroatien, Serbien) und dem Phönix Institut (Verband Friede und Zamangruppe) unterstützt und mitgetragen. Es gibt Individualförderungen, u.a. das Weiterbildungskonto des WAFF, durch die die Kurskosten reduziert werden können. Detaillierte Informationen dazu erhalten Interessierte bei den kostenlosen Informationsabenden und im Kundenservice im WIFI Wien oder unter www.wifiwien.at/foerderungen (us)

Die WIFIs

Die WIFIs - Wirtschaftsförderungsinstitute der Wirtschaftskammern - sind mit einem Marktanteil von 20 Prozent der größte Anbieter für berufliche Aus- und Weiterbildung in Österreich. Pro Jahr besuchen 300.000 Kundinnen und Kunden 25.000 Kurse und Seminare. Aktuell sind für die WIFIs 12.000 Trainer/innen im Einsatz. Seit mehr als 60 Jahren ist das WIFI kompetenter Partner der österreichischen Wirtschaft mit neun Landesinstituten und 80 Außenstellen. Praktisches Know-how "made in Austria" bietet das WIFI auch in immer mehr Ländern Ost- und Südosteuropas an und begleitet international expandierende Unternehmen mit WIFI-Niederlassungen in Bulgarien, Kroatien, Polen, Rumänien, der Slowakei, Tschechien und Ungarn.

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Tel: 05 90 900-3600, eMail: britta.kleinfercher@wko.at

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