Landesgericht Salzburg weist Schadenersatzklage von MEL Anleger ab

Wien (OTS) -

  • Gericht: "Risiko bei Aktienkauf muss jedem Durchschnittsmenschen bewusst sein"
  • Verkaufsunterlagen und Prospekt von Meinl Success Finanz AG wiesen auf mögliche Wertschwankungen hin
  • Aktienkauf auf Probe wäre negatives Signal für heimischen Kapitalmarkt

Das Landesgericht Salzburg hat in einem am 5. Jänner 2010 zugestellten Urteil die Schadenersatzklage eines MEL-Anlegers abgewiesen. Damit wurde in einem weiteren Urteil klar die Eigenverantwortung der Anleger bei einem Investment festgestellt. In dem Urteil wird festgehalten: "Dass der Ankauf von Aktien in hohem Maße risikoträchtig sein kann, ist eine allgemein bekannte Tatsache. Dieses Risiko muss jedem Durchschnittsmenschen bewusst sein, somit auch dem Kläger.(..) Der Erstbeklagte (Anm.: Berater) hatte den Kläger entsprechend den damaligen Wohlverhaltensregeln des WAG anlage- und anlegergerecht beraten."

Der Anleger kaufte im März 2005 sowie im Februar 2007 insgesamt 1.755 Stück Zertifikate von MEL (inzwischen Atrium European Real Estate). 2008 klagte der Anleger aufgrund des Kursrückgangs der Papiere auf Schadenersatz.

Hinweis auf Wertschwankungen

Vor Gericht brachte der Anleger vor, er habe keine riskante Veranlagung seines Vermögens gewünscht. Jedoch hatte der Kläger im Zuge des Beratungsgesprächs auf die Frage nach seiner Risikobereitschaft sich als ertragsorientiert und aufgeschlossen bezeichnet, was laut Sachverhaltsbeschreibung des Gerichts als mittlere Risikobereitschaft zu definieren ist. Überdies hat der Anleger im Anlegerprofil angekreuzt, dass er auch für Anleihen von Banken, offene Immobilienfonds, gemischte Fonds, Aktien und Aktienfonds notwendige Kenntnisse und Erfahrungen besitzt. Und nicht zuletzt, so das Gericht, ergab sich insbesondere aus den Unterlagen der Meinl Success Finanz AG, dass es sich dabei um eine Immobilien-Aktie handelt und es auch zu Wertschwankungen kommen könne.

Kein Aktienkauf auf Probe

Die Meinl Bank sieht sich durch die aktuelle Entscheidung in ihrer grundsätzlichen Rechtsansicht bestätigt. Meinl Bank Vorstand Peter Weinzierl: "Das Gericht hält als Faktum fest, dass unsere Unterlagen die Chancen und Risiken einer Veranlagung entsprechend dargestellt haben. Daraus geht hervor, dass wir uns immer innerhalb des rechtlichen Rahmens bewegt, und nicht, wie oftmals unterstellt, irreführende Informationen publiziert haben.

Das Urteil zeige deutlich, dass es beim Erwerb von Aktien oder Zertifikaten auch aufgrund der umfassenden Aufklärung in den Risikohinweisen einen klaren Bereich der Eigenverantwortung der Anleger gebe, so Peter Weinzierl.

Weinzierl weiter: "Eine potentielle Volatilität nach oben und unten ist wesentliches Merkmal des Kapitalmarktes. Das vorliegende Urteil des Landesgerichts Salzburg ist ein wichtiges Signal dafür, dass ein Aktienkauf auf Probe nicht zulässig ist. Gewinnmitnahmen bei steigenden Kursen und Schadenersatzklagen bei sinkenden Kursen - das hätte fatale Auswirkungen auf den Kapitalmarkt. Wir gehen davon aus, dass sich diese Ansicht auch bei anderen Gerichten durchsetzen wird."

Kontrollierte Zweck-Schizophrenie

"Bemerkenswert", so Weinzierl, "ist die Tatsache, dass der im Verfahren obsiegende Berater von Rechtsanwalt Dr. Johannes Neumayer vertreten wird, der ansonsten als "Retter der Kleinanleger" gegen die Meinl Bank auftritt. In Salzburg hat Dr. Neumayer nun mit einer Argumentation gewonnen die diametral dem widerspricht, was er sonst gegen die Meinl Bank vorbringt. Dr. Neumayer handelt hier nach dem Prinzip der kontrollierten Zweck-Schizophrenie; das aktuelle Urteil führt Anlegern und Gerichten diese Strategie klar vor Augen.", so Peter Weinzierl abschließend.

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/3934

Rückfragen & Kontakt:

Meinl Bank AG
Pressestelle

Thomas Huemer
Tel.: +43 1 531 88 - 203
e-mail.: huemer@meinlbank.com

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | MEB0001