"KURIER"-Kommentar von Margaretha Kopeinig: "Auf Herz und Nieren"

Die Hearings sind eine Qualitätskontrolle und Sternstunde des Parlaments.

Wien (OTS) - Quizzen heißt im EU-Jargon das dreistündige Löchern der designierten Kommissare. Jede Frage dauert eine Minute, jede Antwort zwei Minuten. Welche Partei wann wie viele Fragen stellen darf, ist genau festgelegt. Vor dem Hearing hat jeder Kandidat vom Kommissionspräsidenten persönlich mehr als 1000 Seiten Text zum Büffeln bekommen, es gab Pauker-Seminare, und jeder Kontakt mit den Medien wurde untersagt.
Die Anhörungen sind ein harter Test über Faktenwissen, kommunikative Kompetenz und natürlich auch über das europäische Bewusstsein.
Ein positives Abschneiden gibt Barroso, dem Chef der EU-Kommissare, die Gewissheit, dass er ein fachlich hoch qualifiziertes und motiviertes Team hat, dem kein Makel anhaftet. Zum anderen sind die Hearings eine Sternstunde des Europäischen Parlaments, eine einzigartige und unbezahlbare PR-Veranstaltung für die Abgeordneten. Tagelang stehen sie in der Öffentlichkeit, von ihnen hängt die Beurteilung jedes einzelnen Kommissars, die Zustimmung zur gesamten Kommission und ihr pünktlicher Amtsantritt am 1. Februar ab.
Die Anhörungen dienen aber auch dazu, eine tragfähige Basis zwischen den Kommissaren und den europäischen Volksvertretern aufzubauen. Beide Seiten sind voneinander abhängig. Denn: über jeden Gesetzesvorschlag, der aus der EU-Kommission kommt, müssen die Abgeordneten mitbestimmen. Also, ohne das Parlament geht gar nichts mehr in der EU.

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