WKÖ-Grubmann: Nein zu verpflichtenden Ganzkörperscannern bei jedem Flug

Wirtschaft gegen neuerliche übereilte Aktionen in der Luftfahrt

Wien (OTS/PWK008) - Ein klares Nein sagt die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) zum Einsatz von verpflichtenden Ganzkörperscannern bei jedem Flug, wie das nach den jüngsten Vorkommnissen im transatlantischen Flugverkehr diskutiert wird. "Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen müssen im Vergleich zum finanziellen und organisatorischen Aufwand einen markanten Sicherheitsgewinn bewirken. Das ist bei diesen kostspieligen Geräten noch nicht eindeutig erwiesen", betont Michael Grubmann, Leiter der Abteilung für Verkehrs- und Infrastrukturpolitik der WKÖ.

Darüber hinaus fordert die österreichische Wirtschaft eine fundierte Beurteilung möglicher Gesundheitsrisiken durch den Einsatz elektromagnetischer Strahlen, denen Vielflieder regelmäßig ausgesetzt wären. "Unausgegoren" seien auch Vorschläge, die umstrittenen Scanner nicht flächendeckend auf allen europäischen Flughäfen einzusetzen, sondern nur für bestimmte Flüge oder bestimmte Fluggäste, so Grubmann. "Es wird nicht nur organisatorisch, sondern auch rechtlich problematisch sein, sichere Fluggäste von Personen zu trennen, bei denen eventuell ein Bedrohungspotenzial gegeben ist. Außerdem stellt sich die Frage, ob es überhaupt möglich sein wird, die dafür erforderlichen einheitlichen, sachlichen und nicht diskriminierenden Kriterien festzulegen."

Der Fachverband Luftfahrt der WKÖ vertritt grundsätzlich die Ansicht, dass ein hoher Sicherheitslevel - wie er in Österreich bereits besteht - eine wichtige Grundlage zur Erhaltung des Vertrauens in den Verkehrsträger Luftfahrt bilde. Allerdings sei ein europaweit koordiniertes Vorgehen absolut notwendig. Alleingänge einzelner Staaten seien im Sinne einer wirksamen Sicherheitspolitik weder zielführend noch aus Kostengründen wünschenswert.

Der Obmann des Fachverbands der Luftfahrt, Christian Domany, dazu:
"Geprüft werden muss, ob der Sicherheitsgewinn einen solch schweren Eingriff wirklich rechtfertigt. Die Kosten für solche Maßnahmen dürfen allerdings keinesfalls der Luftfahrtindustrie aufgebürdet werden. Sollten Ganzkörperscanner verpflichtend eingeführt werden, so muss die Finanzierung eine hoheitliche Maßnahme des Staates bleiben, da sich terroristische Angriffe grundsätzlich gegen die westliche Wertegesellschaft als solche und nicht gegen einzelne Verkehrsträger richten." (SR)

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