Neues Volksblatt: "Punktgenau" (Von Werner Rohrhofer)

Ausgabe vom 9. Jänner 2010

Linz (OTS) - Jetzt wissen wir also, was in finanziellen Angelegenheiten eine "Punktlandung" ist: Wenn man "nur" um 120 Millionen Euro daneben liegt. So sieht es jedenfalls Unterrichtsministerin Claudia Schmied (siehe Bericht S. 3). Gewisse Bankchefs werden eine solche Interpretation von "Punktlandung" mit Interesse hören, zumal Schmied ja selbst aus dem Bankgeschäft kommt. Wer ein Geldinstitut an den Rand der Pleite manövrierte, hat dann halt die Punktlandung knapp verfehlt, nicht tragisch, kann schon mal passieren. Oder sind die 120 Millionen Schmied nicht passiert? Hat sie in den Verhandlungen mit den Lehrervertretern bewusst mit Zahlen operiert, die nicht der Realität ihres Budgets entsprachen? Das mutmaßen jedenfalls die Lehrergewerkschafter. Denn sie gehen zurecht davon aus, dass eine Ex-Bänkerin im Rechnen über dem Milchmädchen-Niveau angesiedelt ist. Und daher auch die Strukturen eines Budgets einigermaßen versteht. Verschätzt oder Absicht, Schmied hat jedenfalls jetzt ein massives Glaubwürdigkeitsproblem. Und das ist so ziemlich das Schlimmste, was einem Regierungsmitglied widerfahren kann. Schlimm für jede weitere Verhandlung mit wem auch immer, schlimm aber auch im Hinblick auf die Wählerinnen und Wähler.

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