- 08.01.2010, 10:26:32
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LR Ragger holte alternative Pflege-Einrichtungen in Legalität zurück
Für Personen mit geringen Pflegestufen kleine wohnortnahe Angebote - Regelmäßige Kontrolle durch Fachkraft
Klagenfurt (OTS/LPD) - "Für die Betreuung von pflegebedürftigen
Menschen brauchen wir ein vielseitiges Angebot, das sich nicht
allein auf klassische Pflegeheime beschränkt." Mit diesen Worten
stellte der Kärntner Sozialreferent LR Christian Ragger, heute,
Freitag, in Gallizien sein Konzept einer abgestuften Versorgung vor.
In dessen Mittelpunkt stehen Zentren für psychosoziale Rehabilitation
(ZPSR) und alternative Lebensräume für Senioren. Das ZPSR Lakonig in
Abtei in Gallizien ist die 31. Einrichtung dieser Art in Kärnten.
Insgesamt finden in diesen Einrichtungen derzeit 600 Personen eine
dauerhafte Unterkunft, die wegen psychischer Probleme nicht alleine
leben können, sondern Strukturen benötigen, die ihnen einen Halt
bieten. Im Idealfall werden ihre Potentiale in einem ZPSR so gut
mobilisiert, dass sie wieder selbständig wohnen können.
"Das Haus Lakonig offeriert 18 Bewohnern ideale Möglichkeiten. Es
verfügt über großzügig gestaltete Gemeinschaftsräume und über
Beschäftigungseinrichtungen. Es wäre eine Vergeudung gewesen, diese
Infrastruktur weiter brach liegen zu lassen", meinte Ragger. Damit
nahm er Bezug darauf, dass das Haus Lakonig vor vier Jahren als
Pflegeheim seitens der Behörde geschlossen worden ist. Freilich
erfolgt dieser Neubeginn aber unter klaren Beschränkungen. Es dürfen
hier keine Personen mit hohem Pflegeaufwand versorgt werden. Raggers
Strategie lautet, Personen, die noch mobil sind und einen begrenzten
Pflegeaufwand bis zur Stufe 3 haben, dezentrale wohnortnahe Angebote
mit pflegerischer Grundversorgung anzubieten. Sobald der
Pflegeaufwand steigt - ab der Stufe 4 - kommt aber nur eine
Einrichtung mit professionellem Pflege-Stand by rund um die Uhr in
Frage.
Nach demselben Prinzip holt Ragger auch einzelne ehemalige
Familienpflegestellen in die Legalität zurück. Seit einigen Monaten
läuft ein Pilotversuch mit drei solcher Einrichtungen im Bezirk
Völkermarkt und einer in Afritz. Die Sozialabteilung schloss mit
ihnen Verträge ab, die eine Kostenübernahme durch das Land vorsehen.
Weiters gewährleisten sie, dass die Bewohner nur in Ein- bzw.
Zwei-Bettzimmern untergebracht werden dürfen und auch die
erforderlichen sanitären und hygienischen Rahmenbedingungen vorhanden
sind. Die Einhaltung der Vereinbarung wird regelmäßig von einer
diplomierten Krankenschwester der Sozialabteilung überprüft. "Sie
berät, hilft und kontrolliert", so Ragger. Diese Fachkraft, Elke
Brunner, berichtete bei der Pressekonferenz von bisher ausnahmslos
positiven Erfahrungen.
Für Personen mit geringem bzw. mittlerem Pflegeaufwand stellen
diese Angebote laut Ragger eine attraktive Versorgung dar, die eine
regionale Wertschöpfung möglich macht. "Ich werde aber nicht
zulassen, dass hier Personen mit hohen Pflegestufen untergebracht
werden. Diese alternativen Lebensräume müssen wissen, wo ihre Grenzen
sind, ab wann pflegerisches Know-how und die Infrastruktur fehlen."
Vor allem für Kurzzeitaufenthalte, wenn Pflegebedürftige nicht
mehr im Krankenhaus verweilen können, aber Betreuung benötigen, die
zu Hause fehlt, könnten diese Einrichtungen ein wichtige Ergänzung
darstellen. Ragger erhofft sich eine langfristige, mehrfache Win-Win
Situation: die Pflegebedürftigen gewinnen, weil sie wohnortnah,
sicher und in familiärer Umgebung versorgt werden; der ländliche Raum
gewinnt, weil eine regionale Wertschöpfung möglich wird; die
Betreiber gewinnen durch diese public-privat-Modell in der
Altenbetreuung; und der Steuerzahler gewinnt, weil diese
alternativen Versorgungen weniger kosten als Pflegeheime.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Kärntner Landesregierung, Landespressedienst
Tel.: 05- 0536-22 852
http://www.ktn.gv.at
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/13
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