Brunner: Österreich darf einer Lockerung des Elefantenschutzes nicht zustimmen

Grüne: Berlakovich darf Drängen der Großwildjäger nicht nachgeben

Wien (OTS) - "Ich fordere Bundesminister Berlakovich auf, im
Rahmen des EU-Treffens zu CITES (Washingtoner Artenschutzabkommen) am 12. Januar 2010 keiner Lockerung des Elefantenschutzes zuzustimmen. Derzeit versuchen gerade die afrikanischen Länder Tansania und Sambia, den Schutzstatus für Elefanten herunterzustufen. Beide Länder wurden bereits mittels DNA-Analysen als Exporteure großer Mengen illegalen Elfenbeins identifiziert. Dennoch will das österreichische Umweltministerium die beiden Länder im Rahmen von CITES unterstützen", kritisiert die Tierschutzsprecherin der Grünen, Christiane Brunner. Dies, obwohl aus Tansania dieses Jahr 11.600 Kg illegales Elfenbein exportiert und beschlagnahmt worden sei. Auch in Sambia berichtete die Wildlife Behörde, dass die zunehmende Wilderei ein ernsthaftes Problem sei. "Die Herabstufung von Elefantenpopulationen von Anhang I auf Anhang II gilt als Verschleierungstaktik. Denn nach der Herabstufung folgt nach allen bisherigen Erfahrungen der Elfenbeinhandel", erklärt Brunner. Österreich sei mit seiner Position nicht im Einklang mit den CITES Listungskriterien, die u.a. fordern, dass die betroffenen Länder über einen "adäquaten Artenschutzvollzug" verfügen. Es sei offensichtlich, dass der illegale Elfenbeinhandel und die Elefantenwilderei in Tansania und Sambia völlig außer Kontrolle geraten sind, so Brunner.

Elefanten sind nach wie vor in weiten Teilen Afrikas und Asiens hoch gefährdet, einerseits durch Lebensraumzerstörung und Klimawandel, andererseits durch die illegale Jagd für den internationalen Elfenbeinmarkt. Obwohl seit 1990 ein internationales Elfenbein-Handelsverbot in Kraft ist, hat die Wilderei und der illegale Handel seit Ende der 1990er Jahre wieder dramatisch zugenommen. Mehr als 20.000 Elefanten müssen pro Jahr für den Elfenbeinmarkt sterben. Laut ETIS, dem "Elephant trade information system" von TRAFFIC ist vor allem im letzten Jahr die Menge an beschlagnahmtem Elfenbein dramatisch gestiegen. Die Naturschutzbehörden afrikanischer Länder schlagen Alarm, dass die Wilderei massiv zugenommen hat. Nach Meinung vieler Wildtierexperten hängt das unmittelbar mit Lockerungen des Elefantenschutzes bei CITES zusammen. Die Grünen haben dazu eine parlamentarische Anfrage eingebracht und appellieren an Bundesminister Berlakovich, dem Drängen von Großwildjägern nicht nachzugeben und den Schutz für Elefanten nicht zu lockern.

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