"KURIER"-Kommentar von Nicholas Bukovec: "Die bösen Asylanten"

SPÖ und ÖVP dürfen sich nicht wundern, dass keiner ein Flüchtlingszentrum will.

Wien (OTS) - Maria Fekter hat sich über die "aggressive Stimmung" beklagt, die es im Zusammenhang mit dem geplanten Asylzentrum in Eberau gebe. Man müsse "Ängste nehmen und nicht schüren", mahnte die Innenministerin. Da kann man ihr nur zustimmen.
Eines muss Fekter aber klar sein: Dass es so viele, oft unbegründete Ängste in der Bevölkerung gibt, liegt auch am Umgang der beiden Regierungsparteien mit dem Thema Asyl. ÖVP und SPÖ haben jahrelang nicht den Mut gefunden, sich klar gegen die Hetzer von rechts zu stellen, die Flüchtlinge mit Kriminellen und Sozialschmarotzern gleichsetzen.
Die Volkspartei war mit den von ihr gestellten Innenministern stets darauf bedacht, ihre rechte Flanke gegen FPÖ und BZÖ abzusichern. Sie hat das Ausländerthema auf Sicherheitsfragen reduziert und damit das blau-orange Spiel mit den Ängsten subtil mitgespielt. Die SPÖ wiederum hat das Thema gemieden wie eine heiße Kartoffel - aus Angst, Wähler an die Freiheitlichen zu verlieren (was trotzdem passiert ist).
Da darf sich keiner wundern, wenn jetzt alle gegen ein Zentrum für Flüchtlinge in ihrer Umgebung Sturm laufen, auch wenn das viele wirtschaftliche Vorteile brächte - am wenigsten die Innenministerin.

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