Grüne Wien: Fragwürdiger "Erfolgsbericht" von Wohnbaustadtrat Ludwig zur Videoüberwachung im Gemeindebau

Stadtrat Ellensohn: 400.000 Euro für Videoüberwachung - 2 Täter erwischt

Wien (OTS) - "Die von SP-Wohnbaustradtrat Ludwig vorgelegten
Zahlen zum Abschluss der Testphase der Videoüberwachung im Gemeindebau zeigen ein klares Bild - aber offensichtlich wollen das die Verantwortlichen in der Wiener SPÖ nicht sehen und reden die Daten schön", so Stadtrat David Ellensohn von den Grünen Wien. Laut Wiener Wohnen sind die Sachbeschädigungen im Beobachtungszeitraum durch Vandalismus um 52 % zurückgegangen. Von den übrigen 48 % sind nur 2 (!) Taten mittels Videoüberwachung aufgeklärt und die TäterInnen überführt worden. Das ist eine überaus traurige Bilanz für ein Jahr Überwachung in 8 Gemeindebauten mit insgesamt 240 Kameras. Gekostet hat das ganze Projekt 400.000 Euro.

"Kein Mensch hat überprüft, ob es zu Verdrängung des Vandalismus in benachbarte, nicht überwachte Bereiche gekommen ist. Dieser Effekt ist unter Experten als Birmingham-Effekt bekannt und bedeutet, dass die Vandalismusschäden nicht sinken, sondern nur an anderen Orten stattfinden", so Ellensohn.

"Alle wissen, dass hier nur Sicherheit vorgegaukelt wird. Das beste Beispiel ist Großbritannien als Überwachungsstaat Nummer eins. Vier Millionen Kameras bespitzeln die BürgerInnen bei jedem Schritt. Mike Neville, Chef der Abteilung für Videoüberwachung von Scotland Yard ist schwer enttäuscht von den Ergebnissen und bezeichnet die milliardenschwere Videoüberachung in Großbritannien als "völliges Fiasko".

"Was an den Wiener Zahlen toll sein soll, versteht man nur, wenn man durch die rosarote SPÖ-Brille schaut. Jetzt sollen weitere 15 Gemeindebauten überwacht werden. Die Kostenfrage wurde im Wohnausschuss noch immer nicht beantwortet. Die Installationskosten müssen wohl aus den Mietzinsrücklagen der einzelnen Bauten genommen werden, was wiederum heißt, dass diese Mittel für dringende Sanierungen fehlen. Die laufenden Kosten werden sich in den Betriebskosten wiederfinden. Zahlen werden also jedenfalls die MieterInnen. Statt mit ordentlichen Sanierungen und mit ausreichender Sozialarbeit zur Wohnzufriedenheit beizutragen, wird punktuell überwacht. Das ist der falsche Weg", schließt Ellensohn.

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