Die Heilsarmee: Forderungen zur Armutsbekämpfung

Das Europäische Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung unterstreicht die Relevanz der brisanten Thematik

Wien (OTS) - Die Heilsarmee verschreibt sich in Österreich seit über 80 Jahren dem "Kampf gegen die Armut". Mit dem Jahreswechsel läutet die Europäische Kommission das Europäische Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung ein. Ein deutliches Signal, dass die Armutsbekämpfung auch von überregionaler Wichtigkeit ist.

Vor diesem Hintergrund stellt die Heilsarmee Österreich folgende Forderungen:

- Entstigmatisierung: Es muss transparent gemacht werden, dass Armut jede/n treffen kann. "In unserer täglichen Arbeit erleben wir es immer wieder, dass die Armut vor keinem Menschen Halt macht. Armut ist keine Schande aber Anlass zum Handeln, das gilt es bereits in der Schule zu vermitteln.", so Hans-Marcel Leber, Geschäftsführer der Heilsarmee Österreich. Die gesellschaftliche Stigmatisierung belastet die Betroffenen noch zusätzlich, daher versucht die Heilsarmee, ihren Klienten ihr Selbstbewusstsein zurückzugeben und sie auf ihrem steinigen Weg aus der Armutsfalle zu begleiten.

- Bedarfsorientierte Mindestsicherung: Die Heilsarmee fordert, die Höhe der bedarfsorientierten Mindestsicherung nochmals zu überdenken. Auch gilt es die sinnlose Behauptung, die bedarfsorientierte Mindestsicherung lade zum Nichtstun ein, zu entkräften. Die Arbeitslosigkeit wird nicht abnehmen, sondern zunehmen. Als primäres Ziel sieht die Heilsarmee die gerechtere Verteilung von Lebenschancen. Eine faire Umverteilung durch Steuern und Abgaben kann dazu beitragen.

- Wohnen: "Wohnen als Grundbedürfnis muss für alle leistbar sein, der soziale Wohnbau muss verstärkt gefördert werden.", so Leber.

- Bewusstseinsänderungen: Die Heilsarmee möchte das Bewusstsein für Armut schärfen. "Jede/r einzelne sollte sich bewusst sein, dass auch sie bzw. er etwas zum Kampf gegen die Armut beitragen kann. Wenn wir alle nur die Augen verschließen, wird sich nichts ändern. Oftmals sind es aber schon kleine Gesten, die viel verändern können.", so Leber. Die Heilsarmee Österreich ist auch immer auf der Suche nach ehrenamtlichen MitarbeiterInnen.

Rund um das Europäische Jahr der Armut möchte die Heilsarmee Österreich noch mehr die öffentliche Diskussion suchen. So sind 2010 etwa Diskussionsveranstaltungen für die Fach-Community geplant.

Die Heilsarmee - seit über 80 Jahren in Österreich

Die Heilsarmee ist eine Hilfsorganisation und christliche Glaubensbewegung, die in ihrem "Kampf gegen die Armut" in weltweit 118 Ländern Menschen in schwierigen Lebenssituationen unterstützt. In Österreich wurde die Heilsarmee 1927 gegründet. Die Hilfsorganisation bietet in Österreich eine breite Palette an Hilfeleistungen und sozialen Einrichtungen wie Männerwohnheim, Betreutes Wohnen, Gefangenenseelsorge und Wohnungslosenarbeit.
Das Salztorzentrum, Männerwohnheim im zweiten Wiener Gemeindebezirk, feierte im September dieses Jahres zehnjähriges Bestehen. Betreutes Wohnen wird seit nun mehr 20 Jahren angeboten. Die neue sozial betreute Wohnhausanlage Haus Erna wird im Herbst 2010 eröffnet.

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