• 28.12.2009, 09:16:37
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2 Jahre nach Ende der Pflege-Amnestie: 22.000 Laien arbeiten als PersonenbetreuerInnen

AKNÖ: Aufsicht und Beratung durch Pflegeprofis dringender denn je

Wien (OTS/AKNÖ) - Genau vor 2 Jahren, beginnend mit 1. Jänner
2008, mussten die illegalen Beschäftigungsverhältnisse der
24-Stunden-BetreuerInnen in den österreichischen Haushalten
legalisiert werden. Seither wurden 22.000 Gewerbescheine für
PersonenbetreuerInnen ausgestellt, allein 2009 waren es 6.000 neue
Anmeldungen. AKNÖ-Gesundheitsexperte Dr. Bernhard Rupp MBA zieht eine
durchmischte Bilanz: "In Wahrheit sind insgesamt 22.000 Laien bei zum
Teil sehr kranken Personen beschäftigt. Die Frage der
Qualitätssicherung und der Patientensicherheit ist nach wie vor
ungelöst und beschäftigt uns alle Jahre wieder." Positiv sieht die
AKNÖ, dass sich die tausenden meist ausländischen Frauen nicht mehr
verstecken müssen und in das Sozialversicherungssystem eingebunden
sind, allerdings zu schlechten finanziellen Bedingungen.

Mit der großen Zahl der 24-Stunden-BetreuerInnen steigt nach Ansicht
der AKNÖ der Bedarf an pflegerischer Beratung für sowohl für
Angehörige als auch für die betreuten Personen. Noch sind viele
Probleme in der "Pflege daheim" ungelöst:
? Die Bezahlung gerechter Einkommen für in Österreich geleistete
Arbeit ist nach wie vor ungelöst.
? Die Einrichtung eines Pflegefonds wurde oft angekündigt aber nicht
umgesetzt.
? Die PatientInnensicherheit ist nicht gegeben, da es keine
kontinuierliche fachliche Begleitung durch Pflegeprofis gibt.
? Durch Sprach- und Verständigungsprobleme besteht die Gefahr von
unsachgemäßer Lagerung und Handhabung von Medikamenten. Unter
anderem, weil jedes Genericum anders verpackt ist und eine andere
Bezeichnung trägt.

Medikamenten-Hotline für 24-Stunden-Kräfte in Slowakisch und
Ungarisch notwendig

Die AKNÖ fordert deshalb erneut eine gerechte Bezahlung der
24-Stunden-BetreuerInnen. Die Mittel dafür und für die Fachaufsicht
sollen über einen Pflegefonds aufgebracht werden. Weiters fordert die
AKNÖ eine Medikamenten-Hotline für BetreuerInnen in slowakischer und
ungarischer Sprache.

Ab 2011 droht neuerliche Betreuungs- und Pflegelücke

Mit dem Wegfall von Zugangsbeschränkungen für ArbeitnehmerInnen aus
den neuen EU-Ländern droht ab 2011 neuerlich eine Betreuungslücke,
weil sich die 24-Stunden-BetreuerInnen um besser bezahlte Jobs
umsehen können. "Besonders wichtig ist deshalb die Schaffung von
6.000 neuen Pflegejobs, wie sie die Bundesregierung im jüngsten
Beschäftigungspaket angekündigt hat", hofft AKNÖ-Gesundheitsexperte
Rupp auf eine bessere Finanzierung für Gesundheits- und
Betreuungsarbeitsplätze.

Rückfragehinweis:
Bernhard Rupp, AKNÖ-Gesundheitsabteilung, Tel. 0664-60 321 1272

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/496

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