- 28.12.2009, 09:03:59
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Untersuchungen und Ermittlungen zum gestrigen Straßenbahnunfall
Auswertung des Fahrtenschreibers lässt keine Betätigung einer der vier vorhandenen Bremsen erkennen
Wien (OTS) - Am gestrigen Sonntag kam es in Strebersdorf zu einem
Straßenbahnunfall: Ein Straßenbahnzug der Linie 26 fuhr mit ca. 55
km/h stadtauswärts aus der Prager Straße kommend auf die Gleiskurve
in Richtung Rußbergstraße zu. Die Kurve wird normalerweise mit
maximal 20 bis 25 km/h befahren. Wegen dieser überhöhten
Geschwindigkeit entgleiste der Zug, fuhr auf dem Straßenasphalt
geradeaus weiter, rammte dabei eine Ampelanlage und den Pfeiler einer
öffentlichen Uhr und kam schließlich auf einer Grünfläche knapp vor
dem Schaufenster eines Autohauses zu stehen. Bei dem Unfall zogen
sich vier Fahrgäste und die Fahrerin des Zuges leichte Verletzungen
zu.
Die Auswertung des Fahrtenschreibers hat ergeben, dass vor dem Unfall
keinerlei Bremsmanöver eingeleitet worden sind. Insgesamt stehen vier
Bremsen zur Verfügung, um das Fahrzeug kontrolliert oder durch
Notbremsung zum Stillstand zu bringen. Die Wiener Linien werden in
den nächsten Tagen durch weitere Auswertungen, Befragungen und
Vergleichsfahrten ihre Untersuchungen weiter führen. Parallel dazu
wird die Staatsanwaltschaft durch gerichtlich beeidete
Sachverständige ermitteln. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen
sollen in den nächsten Tagen und Wochen endgültig Klarheit bringen.
Die Fahrerin der Straßenbahn steht noch unter Schock und konnte sich
in einer ersten Befragung an den genauen Hergang des Unfalls nicht
erinnern. Ein mit ihr durchgeführter Alkoholtest ergab aber
jedenfalls 0,0 Promille.
Erst vor wenigen Wochen hat ein Bericht des Wiener Kontrollamts den
Fahrerinnen und Fahren der Wiener Linien ein gutes Zeugnis
ausgestellt. Der Kontrollamtsbericht von Ende November kam zu dem
Schluss, "dass die Wiener Linien über die gesetzlichen Vorgaben
hinaus tätig werden, ihr Fahrpersonal sorgfältig auswählen,
regelmäßige Kontrollen durchführen und in belastenden Situationen
unterstützen.
Günter Steinbauer, Geschäftsführer der Wiener Linien, über die
weitere Vorgehensweise: "Wir werden jetzt den Ausgang der
Untersuchungen abwarten. Vom Ergebnis wird abhängen, welche Lehren
wir aus diesem Unfall ziehen und welche Konsequenzen notwendig sind."
Rückfragehinweis:
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