Kein Gedanke an die Herbergssuche (von Michaela Geistler-Quendler)

Ausgabe 24. Dez. 2009

Klagenfurt (OTS) - Wenigstens einmal im Jahr, zu Weihnachten, wäre es an der Zeit, nachzudenken. Darüber, wie scheinheilig es ist, dieses Fest zu feiern und seine Bedeutung zu ignorieren. Völlig außer Acht zu lassen, dass am 24. Dezember einer Herbergssuche gedacht wird. Im Hier und Jetzt, in Österreich, lässt man Herbergssuchende am liebsten draußen vor der Tür stehen und erklärt sich für nicht zuständig. Landespolitiker wehren sich vehement gegen die Errichtung eines Erstaufnahmezentrums für Asylwerber. Ihr Signal an die Bevölkerung, auf die sie sich dann auch noch berufen, ist klar: Da gilt es eine Last abzuwerfen, etwas Lästiges loszuwerden, ohne sich die Finger schmutzig zu machen. Die stete Kriminalisierung von Migranten durch Parteien verschiedenster Couleurs tut ein Übriges dazu, um dieses verkehrte Bild zu verstärken. In Wahrheit geht es hier um eine gemeinsame humanitäre Aufgabe, die nur solidarisch erfüllt werden kann und auch sollte. Nicht nur zu Weihnachten müsste sich jeder ausmalen können, was es heißt, vor verschlossenen Türen zu stehen.

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