"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Von Stille keine Rede" (Von Kurt Horwitz)

Ausgabe vom 24.12.2009

Wien (OTS) - Von der angeblich stillsten Zeit des Jahres war auch heuer wieder keine Rede - weder politisch noch in sonst irgendeiner Weise.
Wer in vorweihnachtlichen Kaufrausch verfallen ist, darf sich diesmal immerhin auf die Schultern klopfen: Das hat der darniederliegenden Wirtschaft gut getan und Arbeitsplätze gesichert.
Für den Dauerstreit der Damen und Herren Politiker gibt es dagegen keine Ausrede. Minister und Parteifunktionäre streiten, als gäb?s keine Krise und vor allem: als gäbe es kein Morgen.

Drei Landtagswahlen im kommenden Jahr (Steiermark, Burgenland und zuletzt im Oktober Wien) die Bundespräsidentenwahl im April und die Wirtschaftskammerwahlen im Februar werfen ihre Schatten voraus.
Ein Jahr Wahlkampf ist aber eindeutig zu viel. Zu groß sind die Probleme, die danach gelöst werden müssen. Da können wir keine Politiker brauchen, die sich erst durch einen Berg von zerschlagenem Porzellan kämpfen müssen, ehe sie vernünftig miteinander reden können. Ein wenig Stille täte gut.

Man soll das Christkind nicht überfordern: Ein volles Jahr ohne Streit und Untergriffe wird ein frommer Wunsch bleiben. Es wäre schon ein Gewinn, würde der Weihnachtsfrieden wenigstens bis Ostern halten. Einer Verlängerung stünde dann sicher nichts und niemand im Wege -am wenigstens die Bürger und Wähler, die den Dauerstreit schon mehr als satt haben.

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