vida: KV-Verhandlungen für die Beschäftigten in Privatkrankenanstalten unterbrochen

"Es ist fünf vor zwölf. Am 14. Jänner müssen faire Angebote auf den Tisch"

Wien (OTS/vida) - Die Kollektivvertragsverhandlungen für die rund 15.000 Beschäftigten in den Privatkrankenanstalten und den Krankenanstalten konfessioneller Einrichtungen wurden nach drei Verhandlungsrunden am 22. Dezember 2009 ergebnislos unterbrochen. Grund: Die Dienstgeber sind zu keiner fairen Lohn- und Gehaltserhöhung bereit. Willibald Steinkellner, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft vida: "Die Arbeitgeber zeigen keine Bereitschaft, die Leistung der Beschäftigung mit einer fairen Gehaltserhöhung abzugelten oder an den schlechten Arbeitsbedingungen etwas zu verändern. Doch gute Arbeit hat ihren Preis."++++

Das Angebot der Arbeitgeber liegt derzeit bei einer Erhöhung von 0,9 Prozent auf die Stufe 5 des Verwendungsschemas für alle Beschäftigten. Für das Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonal hieße das eine Erhöhung von mageren 16,34 Euro für alle Verwendungsstufen. "Unsere Leistung ist die Gesundheit der Menschen. Das ist mehr wert", sagen die BetriebsrätInnen der Branche zu dem unzumutbaren Angebot. vida hat die BetriebsrätInnen gestern bei einer Konferenz über den Verhandlungsstand informiert.

Neben der Entlohnung schalten die Arbeitgeber auch bei anderen wichtigen Punkten auf stur. Zum Beispiel bei der von den ArbeitnehmervertreterInnen vorgebrachten Forderung nach einer Einhaltung der Dienstpläne. "Die Arbeitgeber verlangen im Arbeitsalltag ständige Verfügbarkeit und Bereitschaft zum Einspringen auch in der Freizeit. Hohe Burn-Out-Raten bei den Beschäftigten sind eine Folge davon", erklärt Steinkellner. Die Gewerkschaft fordert bei den KV-Verhandlungen eine Art Schadenersatz für den Fall, dass Dienstpläne nicht eingehalten werden. "Gerade die Arbeitgeber im Gesundheitsbereich müssen mehr auf die Gesundheit ihrer Beschäftigten achten. Und dazu gehört auch, dass es eine Planbarkeit von Arbeit und Freizeit gibt", sagt Steinkellner.

Die einhellige Meinung der BetriebsrätInnen bei der Betriebsrätekonferenz, die gestern im Anschluss an die Verhandlungsrunde in der Gewerkschaft vida stattfand: "Es ist fünf vor zwölf. Die Arbeitgeber müssen aufwachen und bei der nächsten Verhandlung faire Angebote auf den Tisch legen." Sollte die Verhandlungsrunde am 14. Jänner 2010 kein positives Ergebnis bringen, werden die BetriebsrätInnen über weitergehende Maßnahmen beraten.

ÖGB, 23. Dezember 2009 Nr. 780

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/143

Rückfragen & Kontakt:

vida Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Martina Fassler
Tel: 01/54641-117
martina.fassler@vida.at
www.vida.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0004