SportwissenschafterInnen sollen Kranke behandeln: Die angeordnete PatientenInnengefährdung

Wien (OTS) - Der wachsenden Schar von SportwissenschafterInnen
geht scheinbar die Arbeit aus. Daher wollen sie künftig auch PatientInnen nach Schlaganfällen und Herzinfarkten oder mit chronischen Lungenerkrankungen behandeln. Obwohl sie dazu weder befugt, noch ausgebildet sind, denkt man im Gesundheitsministerium ernsthaft über eine Verordnung dieser Gefährdung von PatientInnen nach.

Konkret geht es um den Bereich der so genannten "Medizinischen Trainingstherapie". Bei zahlreichen schweren Erkrankungen wie z.B. Herz-Kreislauf oder Lungenerkrankungen bildet ein spezielles körperliches Training einen fixen Bestandteil der Rehabilitation und Behandlung. Im Gegensatz zu Sport- und Wellness-orientierten Trainingsprogrammen, ist die medizinische Trainingstherapie eine aufgrund medizinischer Indikationen ärztlich verordnete Behand-lungsform mit definierten Therapiezielen.

Ihre Durchführung ist, wie alle anderen Krankenbehandlungen auch, per Gesetz Gesundheitsberufen mit umfassender medizinischer Ausbildung vorbehalten. Und das aus gutem Grund: Diese Behandlungsform erfordert ein breites Wissen über die verschiedenen Erkrankungen, deren Symptome und Verläufe, Wechselwirkungen mit parallel laufenden Therapien, etc.

Die TherapeutInnen müssen imstande sein, vegetative Entgleisungen, Entgleisung des Elektrolythaushaltes, Unterzuckerung bei Diabetes-PatientInnen, Bluthochdruckkrisen, usw. während des Trainings zu erkennen und oft sehr schnell entsprechend darauf zu reagieren.

"Das ist mit einer Ausbildung zum Sportwissenschafter nicht möglich", warnt Physio Austria-Präsidentin Silvia Mériaux-Kratochvila: Pathologie kommt in dieser Ausbildung gar nicht vor.

Es wäre absurd, so Mériaux-Kratochvila, wenn zur Steigerung der Qualität im Gesundheitswesen eigene Institute, Disease Management Programme, Fehler-meldesysteme usw. installiert werden, und dann per Gesetz das Behandlungsrisiko für PatientInnen erhöht wird.

Es ist daher nicht nachvollziehbar, warum sich auch manche ÄrztInnen und Rehabilitationsanstalten für eine Erweiterung der Befugnisse von SportwissenschafterInnen aussprechen und damit auf therapeutische Kompetenz verzichten.

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