"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: "Sondermüll Flüchtlinge"

Die Feigheit im Umgang mit Asylanten zementiert Vorurteile und Stillstand.

Wien (OTS) - Am Vorabend des "Heiligen Abends" erlebt Österreich eine Herbergssuche, die beschämend ist. Da ist zum einen eine Innenministerin, die die dringend notwendige Unterbringung von Asylwerbern zu einer geheimen Kommandosache und sich damit bei Freund und Feind angreifbar macht. Da ist zum anderen die burgenländische Landespolitik, die sich angeführt vom Landeschef hinter einer Volksbefragung versteckt, statt selber eine Meinung zur Beherbergung von Asylanten zu haben (siehe Bericht Seite 18). "Flüchtlinge werden behandelt wie Sondermüll", kommentierte gestern ein Asylanten-Betreuer bitter. Die vernünftigste Idee, um den Teufelskreis des Dritt- Abschlagens zu durchbrechen, kommt nicht von einem Spitzenpolitiker, sondern vom Bürgermeister der Flüchtlingslager-Gemeinde Traiskirchen: Warum nutzt man nicht eine der vielen brachliegende Kasernen in Stadtnähe zur Unterbringung der Gestrandeten? Dafür braucht es weder geheime Kommandoaktionen noch langwierige Gerichtsverfahren, sondern schlicht politischen Mut. Fekter hätte ihn, hat ihn auch Heeresminister Darabos?

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