Leitl: Beitrittsantrag Serbiens zeigt Attraktivität der EU gerade auch in schwierigen Zeiten

Proeuropäische und reformorientierte Ausrichtung Serbiens ist eine gute Nachricht für die österreichische Wirtschaft - Österreich größter Auslandsinvestor

Wien (OTS/PWK) - (PWK1007) - "Der EU-Beitrittsantrag Serbiens
ist ein klares und höchst willkommenes Signal für die proeuropäische und reformorientierte Ausrichtung des Landes. Das ist eine gute Nachricht für die österreichische Wirtschaft, die dort sehr stark verankert ist", betont Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). So wie die vorhergehenden Beitrittsansuchen von Ländern wie Island und Albanien zeige sich auch jetzt, dass die EU gerade in turbulenten Zeiten "ein Anker der Stabilität, der Sicherheit und des Vertrauens" sei. Selbst wenn es bis zur tatsächlichen EU-Mitgliedschaft noch dauern wird, "sollte dieser nächste Schritt einer Annäherung an die EU Motor für das Vorantreiben von weiteren Reformen in dem Land sein", so Leitl.

Die österreichisch-serbischen Wirtschaftsbeziehungen haben sich in den vergangenen Jahren sehr positiv entwickelt: Das Handelsvolumen zwischen Serbien und Österreich näherte sich im Jahr 2008 bereits der 900 Mio.-Euro-Marke. Aus österreichischer Sicht erfreulich ist dabei das Handelsbilanzplus von 269 Mio. Euro.

Die österreichischen Exporte nach Serbien sind 2008 um 7,6 Prozent auf 577 Mio. Euro gestiegen. Die umsatzstärksten Warengruppen sind Maschinen und Anlagen, Kraftfahrzeuge, Kunststoffe, Papier und Pappe sowie pharmazeutische Erzeugnisse. Die Einfuhren aus Serbien nahmen sogar um 34 Prozent auf 308 Mio. Euro zu. Im ersten Halbjahr 2009 konnte sich der serbisch-österreichische Handel dem allgemeinen Abwärtstrend allerdings nicht entziehen.

Österreich ist zudem größter Investor in Serbien. Knapp 300 Unternehmen sind vor Ort vertreten. Beispielsweise kontrollieren österreichische Institute mehr als ein Drittel des serbischen Bankenmarktes. Der dritte Mobilfunkbetreiber Serbiens - Vip Mobile -ist eine Tochter der österreichischen Mobilkom, die OMV unterhält ein dichtes Tankstellennetz. Zudem sind zahlreiche österreichische Baufirmen vor Ort präsent.

Die EU-Beitrittsperspektive verleihe dem Wirtschaftspartner Serbien zusätzliche Attraktivität, so Leitl. Positiv sei diesbezüglich auch die jüngst erfolgte Visaliberalisierung für Serbien (sowie Mazedonien und Montenegro).

"Mittelfristig sehen wir den gesamten Balkan in der EU, die Kommission sollte daher das Beitrittsansuchen in angemessener Zeit beantworten, damit die Balkanpolitik glaubwürdig bleibt", so Leitl abschließend. (SR)

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