- 22.12.2009, 10:29:29
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Industrie zu Unis: Studenten-Zustrom zu einzelnen Fächern besser steuern
IV-GS Beyrer: Mehrheit der Bevölkerung (64 Prozent) für Zugangsregelungen - 58 Prozent sind der Meinung, dass Universitäten in erster Linie zur Berufsausbildung dienen
Wien (OTS/PdI) - Als "Themenverfehlung" bezeichnete der
Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV) Mag. Markus Beyrer
heute, Dienstag, die aktuelle Debatte über die Zukunft des heimischen
Hochschulsystems. "Die derzeitigen Diskussionen gehen an den
Kernfragen vorbei. So brauchen wir eine bessere Steuerung des
Studenten-Zustroms zu den einzelnen Fächern, da 60 Prozent der
Studienanfängerinnen und -anfänger derzeit nur zehn Prozent der
Studienrichtungen wählen. Dies führt dazu, dass es an Absolventinnen
und Absolventen naturwissenschaftlicher und technischer
Studienrichtungen mangelt - ein Wettbewerbsnachteil für das
Industrieland Österreich. Zugangsregelungen und Eingangsphasen sind
daher unerlässlich, um ein qualitativ hochwertiges Hochschulsystem zu
schaffen. Dies wird, wie eine aktuelle repräsentative IMAS-Umfrage im
Auftrag der Industriellenvereinigung zeigt, auch von fast zwei
Dritteln der Bevölkerung (64 Prozent) unterstützt. Dagegen sind nur
18 Prozent und selbst in der Gruppe der Maturanten, Akademiker und
unter 30-jährigen nur rund ein Viertel gegen Zugangsbeschränkungen",
betonte Beyrer, der sich erfreut über das Ende der Besetzung des
Wiener Audimax zeigte.
"Österreich ist das einzige Land, wo es weder Zugangsregelungen
noch Studienbeiträge gibt. Mit Blick auf globale Wettbewerbsfähigkeit
müssen wir für eine exzellente Ausbildung sorgen. Die Politik ist
dazu aufgerufen, alle Möglichkeiten, inklusive etwa auch einer
möglichen Studieneingangsphase, zu prüfen", betonte der
IV-Generalsekretär. Eine Mehrheit (46 Prozent) sei bei der aktuellen
IMAS-Umfrage der Meinung, dass nur wirklich Begabte studieren sollen,
die - egal aus welchem Land sie stammen - eine Eignungsprüfung
absolvieren sollen, und dass jeder Studierende einen Beitrag zu den
Kosten der Universität leisten solle. Gleichzeitig würden
Studienrichtungen hinsichtlich der Berufsaussichten offensichtlich
noch immer vielfach falsch eingeschätzt. Auffällig sei ebenso die
geschlechtsspezifische Wahrnehmung der Bedeutung verschiedener
Studienrichtungen, "welche die traditionellen und aufzubrechenden
Muster der Berufswahl bestätigen: Während Männer eher zu technischen
Studienrichtungen tendieren, fokussieren Frauen vor allem auf
Medizin, Fremdsprachen und Psychologie. Die meisten der für die
Zukunftsentwicklung wichtigen Wissensbereiche werden in ihrer
Bedeutung von der Bevölkerung unterschätzt", erklärte Beyrer.
Mittelmaß werde jedoch in der Universitätsausbildung nicht mehr
genügen. Die Industrie stehe auch angesichts der jüngsten Zahlen der
OECD daher für eine "Output-orientierte und wettbewerbsfähige
Hochschulpolitik sowie eine Reform des Schulsystems. Wir treten nach
wie vor für Studienbeiträge ein, wobei kein fähiger junger Mensch aus
finanziellen Gründen vom Studium abgehalten werden soll", so Beyrer.
Dazu könnte auch ein kreditfinanziertes Modell angedacht werden, das
auch von einer Mehrheit (43 Prozent) der kürzlich Befragten
befürwortet wird. Studienbeiträge seien grundsätzlich sinnvoll, weil
dadurch die Studienwahl überlegter erfolge, prüfungsinaktive
Studierende aus der Statistik bereinigt würden und die Studiendauer,
die in Österreich im internationalen Vergleich überlang sei, sinke.
Das alte Argument von der sozialen Selektion sei "eine ewige Mär, da
Stipendien-Bezieher ohnedies von Beitragszahlungen befreit wären",
betonte der IV-Generalsekretär.
Die IMAS-Umfrage wurde unter 1.103 Personen, die einen
repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung über 16 Jahren
darstellen, zwischen 18.11. und 9.12.2009 in face-to-face Befragungen
durchgeführt.
Weitere Informationen sowie die Umfrage im Detail zum Download unter
www.iv-net.at
Rückfragehinweis:
IV-Newsroom
Tel.: +43 (1) 711 35-2306
mailto:info@iv-newsroom.at
www.iv-net.at/medien
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/112
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