Industrie zu Unis: Studenten-Zustrom zu einzelnen Fächern besser steuern

IV-GS Beyrer: Mehrheit der Bevölkerung (64 Prozent) für Zugangsregelungen - 58 Prozent sind der Meinung, dass Universitäten in erster Linie zur Berufsausbildung dienen

Wien (OTS/PdI) - Als "Themenverfehlung" bezeichnete der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV) Mag. Markus Beyrer heute, Dienstag, die aktuelle Debatte über die Zukunft des heimischen Hochschulsystems. "Die derzeitigen Diskussionen gehen an den Kernfragen vorbei. So brauchen wir eine bessere Steuerung des Studenten-Zustroms zu den einzelnen Fächern, da 60 Prozent der Studienanfängerinnen und -anfänger derzeit nur zehn Prozent der Studienrichtungen wählen. Dies führt dazu, dass es an Absolventinnen und Absolventen naturwissenschaftlicher und technischer Studienrichtungen mangelt - ein Wettbewerbsnachteil für das Industrieland Österreich. Zugangsregelungen und Eingangsphasen sind daher unerlässlich, um ein qualitativ hochwertiges Hochschulsystem zu schaffen. Dies wird, wie eine aktuelle repräsentative IMAS-Umfrage im Auftrag der Industriellenvereinigung zeigt, auch von fast zwei Dritteln der Bevölkerung (64 Prozent) unterstützt. Dagegen sind nur 18 Prozent und selbst in der Gruppe der Maturanten, Akademiker und unter 30-jährigen nur rund ein Viertel gegen Zugangsbeschränkungen", betonte Beyrer, der sich erfreut über das Ende der Besetzung des Wiener Audimax zeigte.

"Österreich ist das einzige Land, wo es weder Zugangsregelungen noch Studienbeiträge gibt. Mit Blick auf globale Wettbewerbsfähigkeit müssen wir für eine exzellente Ausbildung sorgen. Die Politik ist dazu aufgerufen, alle Möglichkeiten, inklusive etwa auch einer möglichen Studieneingangsphase, zu prüfen", betonte der IV-Generalsekretär. Eine Mehrheit (46 Prozent) sei bei der aktuellen IMAS-Umfrage der Meinung, dass nur wirklich Begabte studieren sollen, die - egal aus welchem Land sie stammen - eine Eignungsprüfung absolvieren sollen, und dass jeder Studierende einen Beitrag zu den Kosten der Universität leisten solle. Gleichzeitig würden Studienrichtungen hinsichtlich der Berufsaussichten offensichtlich noch immer vielfach falsch eingeschätzt. Auffällig sei ebenso die geschlechtsspezifische Wahrnehmung der Bedeutung verschiedener Studienrichtungen, "welche die traditionellen und aufzubrechenden Muster der Berufswahl bestätigen: Während Männer eher zu technischen Studienrichtungen tendieren, fokussieren Frauen vor allem auf Medizin, Fremdsprachen und Psychologie. Die meisten der für die Zukunftsentwicklung wichtigen Wissensbereiche werden in ihrer Bedeutung von der Bevölkerung unterschätzt", erklärte Beyrer.

Mittelmaß werde jedoch in der Universitätsausbildung nicht mehr genügen. Die Industrie stehe auch angesichts der jüngsten Zahlen der OECD daher für eine "Output-orientierte und wettbewerbsfähige Hochschulpolitik sowie eine Reform des Schulsystems. Wir treten nach wie vor für Studienbeiträge ein, wobei kein fähiger junger Mensch aus finanziellen Gründen vom Studium abgehalten werden soll", so Beyrer. Dazu könnte auch ein kreditfinanziertes Modell angedacht werden, das auch von einer Mehrheit (43 Prozent) der kürzlich Befragten befürwortet wird. Studienbeiträge seien grundsätzlich sinnvoll, weil dadurch die Studienwahl überlegter erfolge, prüfungsinaktive Studierende aus der Statistik bereinigt würden und die Studiendauer, die in Österreich im internationalen Vergleich überlang sei, sinke. Das alte Argument von der sozialen Selektion sei "eine ewige Mär, da Stipendien-Bezieher ohnedies von Beitragszahlungen befreit wären", betonte der IV-Generalsekretär.

Die IMAS-Umfrage wurde unter 1.103 Personen, die einen repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung über 16 Jahren darstellen, zwischen 18.11. und 9.12.2009 in face-to-face Befragungen durchgeführt.

Weitere Informationen sowie die Umfrage im Detail zum Download unter www.iv-net.at

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