ÖAMTC: Heuer bereits 13 Tote bei Unfällen mit Fahrerflucht

Angst vor Konsequenzen verursacht Kurzschlussreaktion, hohe Strafen drohen

Wien (OTS) - Seit Freitag vergangener Woche gab es in Österreich vier Unfälle mit Fahrerflucht. Dabei wurden zwei Personen verletzt, zwei verloren ihr Leben. Damit erhöht sich die Zahl jener Menschen, die seit Anfang Jänner bei Unfällen mit Fahrerflucht getötet worden sind, auf 13 (Quelle: BMI). Im Vergleich dazu: Im gesamten Vorjahr starben 16 Personen bei Fahrflucht-Unfällen, 2007 gab es acht Getötete. Heuer ereigneten sich je drei tödliche Fahrerflucht-Unfälle in Kärnten und in der Steiermark, zwei in Oberösterreich und Vorarlberg. In Wien, Niederösterreich und Salzburg starb je eine Person bei Unfällen mit Fahrerflucht. ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger ortet verschiedene Ursachen, warum ein Lenker nach einem Unfall nicht anhält: "Die häufigsten Gründe sind Stress oder Alkohol. Ein Unfall verursacht Stress. In so einer Situation reagiert der Mensch entweder mit Kampf (man stellt sich einer Situation) oder mit Flucht, um weit weg von den zu erwartenden Konsequenzen zu kommen."

Entscheidend für die aktuelle Reaktion ist, welche Bedrohungen der Betroffene wahrnimmt. "Manche haben Angst, den Führerschein oder gar den Job zu verlieren. Andere fürchten den Verlust des sozialen Status oder haben finanzielle Sorgen. Ist Alkohol im Spiel, kommt noch Angst dazu vor allen rechtlichen Konsequenzen sowohl strafrechtlicher als auch persönlicher Natur. Das alles kann bei einem Unfalllenker eine Kurzschlussreaktion auslösen", erklärt die ÖAMTC-Verkehrspsychologin. Dabei ist Flucht auf jeden Fall die falsche Reaktion. Denn Unfälle mit Fahrerflucht sind kein Kavaliersdelikt. "Die richtige Reaktion des Unfalllenkers kann für das Opfer lebensentscheidend sein. Wenn nicht rasch genug Rettungsmaßnahmen eingeleitet werden, kann das für einen Verletzten schwerwiegende Folgen haben", gibt ÖAMTC-Expertin zu bedenken.

Bis zu drei Jahre Gefängnis wegen Fahrerflucht möglich

Wird ein Fahrerflüchtiger ausfindig gemacht, so muss er mit rechtlichen Folgen rechnen. Als fahrerflüchtig gilt, wer einen Unfall verursacht und eine verletzte Person im Stich lässt. "Dabei ist zu beachten, dass bereits das Entfernen vom Unfallort als Fahrerflucht gilt", erklärt ÖAMTC-Juristin Verena Pronebner. Neben einer Verwaltungsstrafe bis zu 2.180 Euro drohen einem fahrerflüchtigen Lenker je nach Unfallfolge bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe. Außerdem kann in diesem Fall die Haftpflichtversicherung das an den Geschädigten ausbezahlte Geld vom fahrerflüchtigen Lenker zurückfordern.

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