Neues Modell für Abgeltung von Netzverlusten der E-Wirtschaft

E-Control und VEÖ vereinbaren zentrale und transparente Beschaffung von Netzverlustmengen sowie vollständige Anerkennung der Kosten.

Wien (OTS) - Im Jahr 2006 wurde Energie von rd. 3,4 TWh
(entspricht rund 5% des Inlandsstromverbrauches) für die Deckung von Netzverlusten durch die Netzbetreiber beschafft. Die Beschaffung der Netzverluste erfolgte bisher durch die rund 130 Netzbetreiber unternehmensindividuell und dabei in vielen Fällen nicht über den verfügbaren Großhandelsmarkt. "Wir haben immer wieder dafür plädiert, den Einkauf transparenter und kosteneffizienter durchzuführen. Es freut uns, dass die Netzbetreiber nun unserem Wunsch nach einer gemeinsamen Beschaffungspolitik nachkommen.", erklärt Walter Boltz, Geschäftsführer der E-Control GmbH. Die Generalsekretärin des Verbands der Elektrizitätsunternehmen Österreichs (VEÖ), Barbara Schmidt sieht damit die Chance, das Beschaffungsrisiko zu verringern:
"Das neue System löst das bisher unbefriedigende System zur Berechnung und Anerkennung der Beschaffungskosten ab und eröffnet der E-Wirtschaft damit die Chance auf volle Anerkennung ihrer Beschaffungskosten."

Neue Vorgangsweise bringt Kostenreduktion und Transparenz

Ab 1. Jänner 2010 beschaffen die Netzbetreiber ihre Netzverluste gemeinsam für die Jahre 2011 und folgende. Zweck dieser geänderten Vorgangsweise ist es, alle möglichen Synergiepotenziale eines gemeinsamen Einkaufs zu nutzen und z.B. Kosten für Ausgleichsenergie zu reduzieren. Der Beschaffungsvorgang der Netzverlustenergie erfolgt in marktorientierter Weise und entspricht den Grundsätzen der Transparenz und Nicht-Diskriminierung. Dabei soll die VERBUND -Austrian Power Grid AG den Beschaffungsvorgang durchführen und durch einen halbjährlichen Bericht die E-Control über den Ablauf der Beschaffung informieren. Der erzielte durchschnittliche Netzverlustpreis (inklusive Nebenkosten) pro beschaffter Mengeneinheit wird den an der Beschaffung beteiligten Netzbetreibern über das Netzverlustentgelt abgegolten.

Mehr Liquidität für die Börsen

"Durch den gemeinsamen Einkauf an den verfügbaren Märkten wird ein marktorientiertes, nicht-diskriminierendes, transparentes Verfahren erreicht.", so Boltz weiter. Diese Vorgehensweise trägt zur Liquiditätssteigerung auf den Großhandelsmärkten und an der österreichischen Strombörse (EXAA Abwicklungsstelle für Energieprodukte AG) bei. Es ist ein wichtiger Schritt für die E-Wirtschaft, die damit einem nachhaltigen Wunsch der Behörde nachkommt.

Abgeltung der Kosten bisher

Bei der Ermittlung der Preise wurde bisher dem Umstand Rechnung getragen, dass ein Teil der Netzverlustmengen durchschnittlich zwei Jahre im Vorhinein eingekauft wird, wobei dieser mit 30% der Netzverlustmenge festgelegt wurde. Der restliche Anteil von 70% wird durchschnittlich ein Jahr im Voraus eingekauft. Der Preis wurde durch den Jahresmittelwert des EEX Phelix Jahresfutures (NE 3-7: 25% Peak, 75% Base, NE 1-2: 33 % Peak, 67 % Base) abgebildet. Auf den ermittelten Börsenpreis wurde ein Abschlag für Großeinkäufer angesetzt. Zur Abschätzung des Abschlages wurden die Preise aus der Industriepreiserhebung der Energie-Control GmbH herangezogen. Zur endgültigen Bestimmung der abzugeltenden Netzverlustpreise wurden gemäß bisheriger Systematik die Mehrbelastung nach § 19 Ökostromgesetz und die Ausgleichsenergiekosten berücksichtigt.

"Durch die neue Beschaffungsstruktur und -methodik ist davon auszugehen, dass die Netzverlustmengen effizient eingekauft werden können und somit die daraus resultierenden Kosten für Netzbenutzer angemessen sind.", erläutert DI Boltz abschließend. Aus Sicht der E-Wirtschaft hat das neue System den Vorteil, dass die Beschaffungskosten voll abgegolten werden und keine Abschläge mehr erfolgen. Schmidt: "Damit haben die Netzbetreiber, die sich dem System anschließen, die Sicherheit, dass ihre Kosten in Zukunft auch voll abgegolten werden und es zu keinen Abschlägen mehr kommt."

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