Sichern statt verunsichern - SVA fordert Ende der Blockadepolitik

Kündigung des Gesamtvertrages durch Ärztekammer verhindert 4 Mio Euro zusätzlich für Zuwendungsmedizin

Wien (OTS) - Die Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft (SVA) fordert von der Österreichischen Ärztekammer eine umgehende Rückkehr zum Verhandlungstisch und ein Ende der Blockadepolitik - im Interesse von fast 700.000 Anspruchsberechtigten und 7.000 Ärzten.

In Reaktion auf die heutige Pressekonferenz der Österreichischen Ärztekammer hielt Dr. Martin Gleitsmann, stellvertretender Obmann der SVA, unmissverständlich fest:

"Der Gesamtvertrag wurde von der Ärztekammer ohne Vorwarnung und mitten in einem laufenden Verhandlungsprozess gekündigt. Wir hatten bereits eine tragfähige Lösung für 2010 gefunden, die den Versicherten Vorteile im Bereich der Zuwendungsmedizin gebracht hätte - mehr Zeit für das so wichtige Gespräch zwischen Arzt und Patient. Das Vorgehen der Ärztekammer, in einer Nacht-und-Nebel-Aktion den Gesamtvertrag einfach zu kündigen, ist ein bisher noch nie dagewesener Vertrauensbruch gegenüber den Menschen, die medizinische Versorgung in Anspruch nehmen müssen. Diese Verunsicherung muss ein Ende haben."

Richtigzustellen sei auch die Behauptung der Ärztekammer, der SVA-Vorstand habe die Einigung "gekippt". "Wahr ist vielmehr, dass der SVA-Vorstand die verhandelten Konditionen für 2010 begrüßte, aber im Sinne eines verantwortungsvollen Umgangs mit den Beitragsmitteln eine weitere Einigung auf einen Finanzplan bis 2015 forderte. Dies entspricht unserem Ziel, den umfangreichen Leistungskatalog und das stabile finanzielle Fundament der SVA auch für die Zukunft abzusichern."

Als dazu notwendiger Schritt sei die schrittweise Annäherung der Tarife für Labormedizin an das Niveau anderer Kassen zu sehen. Schließlich verstehe niemand, dass für ein und dasselbe Blutbild der SVA viermal so viel verrechnet wird wie der Wiener Gebietskrankenkasse.

Zur Kritik der ÖÄK, das Honorarvolumen sei in den vergangenen Jahren gesunken merkte Gleitsmann an, dass 2004-2006 jeweils Einmalzahlungen im Gesamtausmaß von 6,1 Mio Euro geleistet wurden. Zudem erhöhte sich das Honorarvolumen in den vergangenen 5 Jahren durch Frequenzsteigerungen um 11 Mio Euro. Die erzielte Einigung für 2010 hätte im Bereich der Zuwendungsmedizin ein Plus von 4 Mio Euro für die SVA-Vertragsärzte bedeutet.

Für die SVA steht die Absicherung der medizinischen Versorgung im Zentrum:

"Da die Ärztekammer das Wohl der Versicherten den Eigeninteressen der Standesvertretung unterordnet, mussten wir unsererseits die notwendigen Schritte setzen", so Gleitsmann. "Es ist uns gelungen, rechtzeitig die Bundesschiedskommission einzuschalten und damit die ärztliche Versorgung der Wirtschaftstreibenden und Gewerbepensionisten zu sichern. Sie können auch über den 31. Dezember 2009 hinaus mit der e-card zum Vertragsarzt gehen.

Abschließend forderte Martin Gleitsmann die Ärztekammer auf, im Dialog ein zukunftsorientiertes Konzept für die kommenden Jahre zu erarbeiten. "Wer ein ernsthafter Systempartner im Gesundheitswesen sein will, der muss zur Kooperation bereit sein. Unser Ziel ist es, die Leistungen der SVA über 2010 hinaus voll abzusichern - für unsere Versicherten und für unsere Vertragsärzte!"

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