Der Countdown läuft - 2010 droht vertragsloser Zustand mit SVA 2

SVA-Angebot auf Unternehmer zugeschnitten

Wien (OTS) - Unternehmerinnen und Unternehmer erwarten damit Verschlechterungen. Wawrowsky: "Man muss aber bedenken, dass gerade Unternehmerinnen und Unternehmer in besonderer Weise darauf achten müssen, schnell wieder fit zu sein. Gerade für sie ist Krankheit eine Bedrohung, die auch existenzielle Auswirkungen für das Geschäft haben kann."

Auch für ÖÄK-Präsident Walter Dorner tut die SVA-Spitze ihren Versicherten mit ihrer Vorgangsweise keinen Gefallen. Dorner: "Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte haben in den vergangenen Jahren alles Erdenkliche getan, zur Kostendämpfung der SVA beizutragen. Aber auch die SVA-Versicherten fragen jedes Jahr mehr medizinische Leistungen ab. Lifestyle-Erkrankungen und höhere Morbidität machen auch vor dieser gesundheitsbewussten Klientel keinen Halt. Dem Sparen sind damit natürliche Grenzen gesetzt. Und es ist nicht zuviel erwartet, wenn die niedergelassenen Ärzte nach Jahren des Stillstands eine Weiterentwicklung der Medizin für die Versicherten andenken und eine moderate Honorarerhöhung fordern. Warum hat die SVA 2008 ihre Beiträge abgesenkt, wenn sie jetzt nicht wissen, woher mit dem Geld?"

Unternehmer und Selbstständige seien traditionell höhere Standards gewöhnt, erinnert Dorner. "Das fängt beim besseren Fahrzeug an und hört beim Einkaufen im guten Supermarkt auf."

Die Gebietskrankenkasse, die der SVA-Spitze jetzt als Vorbild vorschwebe, habe aber Sozialtarife und nach diesen Sozialtarifen, die auch eine sozial schwache Klientel berücksichtigen, sei auch das Angebot gestaltet, so der ÖÄK-Präsident.

Darüber hinaus sei es betriebswirtschaftlich logisch, dass ein Großeinkäufer andere Preise bei seinen Lieferanten erziele, als ein vergleichsweiser kleiner Einkäufer wie die SVA, erinnerte Dorner. "Und im Bereich der Medizin sind die Gesetze der Betriebswirtschaft nicht aufgehoben, auch wenn einige besserwissende Gesundheitsökonomen dies gern hätten", so die Mahnung.

Vertragsloser Zustand wahrscheinlich ab April 2010

Die SVA hat schon öffentlich angekündigt, die Bundesschiedskommission bis Ende des Jahres anzurufen. Mit einer Schlichtung durch dieses Verfahren würde sich das Eintreten des vertragslosen Zustandes etwa bis April 2010 verschieben. Sollte die SVA jedoch entgegen ihren öffentlichen Bekundungen nicht die Bundesschiedskommission bis Ende Dezember anrufen, würde der vertragslose Zustand bereits im Jänner 2010 eintreten.

Wawrowsky: "Wir sind auch für diesen Fall gerüstet, gehen jedoch aufgrund der öffentlichen Äußerungen der SVA von Frühjahr aus. Ab dann müssten Patientinnen und Patienten selbst zahlen, wenn wir keine Einigung erzielen." Da es sich um Privattarife handelt, würden SVA-Patienten im vertragslosen Zustand weniger als 80 Prozent des ausgelegten Barbetrags von ihrer Kasse zurückerhalten. Diese Refundierung könnte länger dauern. Denn der Verwaltungsaufwand einer Kasse ist im Fall eines vertragslosen Zustandes hoch, da alle eingehenden Rechnungen bearbeitet werden müssen. (Schluss) bm

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