Diakonie: Vor Armut nicht die Augen verschließen

Mindestsicherung nicht weiter verschleppen und verschlechtern. Menschen brauchen soziales Netz in der Krise

Wien (OTS) - "Es gibt erschreckend viel Armut in unserem reichen Land. Davor kann niemand die Augen verschließen. Und angesichts 490.000 Armutsbetroffener kann niemand die Hände in den Schoss legen", so Diakonie-Direktor Michael Chalupka.

Er fordert Finanzminister Josef Pröll auf "nun nicht länger mit Verhandlungen die Mindestsicherung zu verschleppen. Seit August geht hier nichts mehr weiter, und wenn dann zum Schlechteren, wenn ich an die Kürzungen der zukünftigen Sozialhilfeleistungen von 14 auf 12-mal denke. Was wir jetzt brauchen, ist ein Netz, das in der Krise vor Verelendung schützt und Menschen Perspektiven bietet. Was die Opfer der Finanzkrise nicht brauchen können, sind Debatten, die sie zu Schuldigen ihres Schicksals stempeln."

Nach Abzug der Fixkosten fürs Wohnen bleiben rund ein Drittel der Menschen, die sich hilfesuchend an die Sozialberatungsstellen wenden, weniger als 4 Euro pro Tag und Person im Haushalt übrig, um alle anderen Bedürfnisse abzudecken. 44.000 Sozialhilfe-BezieherInnen sind minderjährige Kinder und Jugendliche. Das sind 29 Prozent aller Sozialhilfe-Beziehenden.

"Wenn nun der Finanzminister darüber streitet, ob die Sozialhilfe innerhalb eines Jahres 12-mal oder 14-mal ausbezahlt wird, dann heißt das auch: Es wird derzeit darüber gestritten, ob Kindern ein monatliches Sozialhilfe-Existenzminimum in der Höhe von 220 Euro oder aber max. 257 Euro zugestanden werden soll, von dem alle anteiligen Kosten - auch die Miete - bezahlt werden müssen. Und bei der Mindestsicherung sind aktuell 183 Euro für eine alleinstehende Person fürs Wohnen vorgesehen sind. Dieser Betrag wird für kaum jemanden ausreichen, um eine Wohnung zu finanzieren", so Chalupka abschließend

Vorurteile, Irrtümer, Mythen zur aktuellen Sozialhilfe-Reform:
http://www.armutskonferenz.at/Vorurteile,%20Irrt%FCmer.pdf

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