Lichtblick Polen: Zahlungsverzüge gehen zurück

OeKB Versicherung sieht erste Zeichen der Besserung, negative 2009er-Bilanzen dämpfen aber Optimismus für 2010

Wien (OTS) - Bei Polen, dem größten Markt ihrer Versicherungsnehmer, stellt die OeKB Versicherung AG erste Zeichen des Aufschwunges fest. Dank zurückgehender Zahlungsverzüge konnte der Kreditversicherer kürzlich erstmals wieder die Versicherungsprämien für diesen Markt senken. Weitere positive Vorzeichen sind bei den Exportmärkten Türkei und Mexiko erkennbar. Vorsichtig bleibt die OeKB Versicherung bei Ungarn, Kroatien und Bulgarien.

Schlechte Bilanzdaten 2009 verschärfen Kreditklemme

Für das Geschäftsjahr 2010 sieht Karolina Offterdinger, Vorstand der OeKB Versicherung, weiterhin wenig Grund für Optimismus: "Allein aufgrund der schlechten Bilanzen aus 2009 wird 2010 ein schwieriges Jahr werden." Desolate Bilanzdaten würden bald für viele Unternehmen eine negative Finanzierungsgrundlage bedeuten. "Eine nur auf 2009er Bilanzdaten abgestellte Kreditentscheidung kann die ersten positiven Effekte des Wirtschaftsaufschwungs gefährden, wenn nicht sogar zu Nichte machen.", fürchtet Offterdinger. Dies gelte sowohl für Bankkredite als auch für die Versicherung von Lieferantenkrediten. Die OeKB Versicherung rät ihren Kunden, die Geschäftsentwicklungen ihrer Abnehmer kontinuierlich zu beobachten. "In der Bewertung schauen wir nicht nur auf die 2009er-Bilanz sondern reagieren auch auf etwaige Verbesserungen in 2010. Dafür brauchen wir aber die jeweiligen Zwischenabschlüsse.", gibt Offterdinger zu bedenken. Nur damit sei eine umfassende Bewertung der Unternehmenspartner möglich. Dies könne unter Umständen in bisher aussichtslosen Fällen Versicherungsmöglichkeiten eröffnen oder sogar zu einer Verbesserung der Konditionen führen.

Aufwind im Exportmarkt Polen

Polen geht in der Wirtschaftskrise als stärkstes Land aus der Runde der "neueren" EU-Beitrittsländer hervor. Während zahlreiche europäische Staaten im Zuge der internationalen Wirtschaftskrise über massive Rückgänge der Wirtschaftsleistung klagen, verzeichnet Polen im laufenden Jahr sogar ein Wachstum von 1,4 %. Zu verdanken ist diese wirtschaftliche Standfestigkeit in erster Linie dem großen Binnenmarkt sowie dem nach wie vor starken Umsätzen im Dienstleistungssektor. Auch wenn die Exportwirtschaft im laufenden Jahr um ca. 10 % eingebrochen ist, so hat sie doch erheblich von der Abwertung des Zloty im vergangenen Jahr profitiert, der sich in der Zwischenzeit wieder stabilisiert hat. Insgesamt sind die wirtschaftlichen Aussichten für das Jahr 2010 durchaus optimistisch, vorausgesetzt, dass die globale Entwicklung keinen weiteren Rückschlag erleidet.

Es kriselt weiter in Kroatien, Bulgarien und Ungarn

Ungarn, Kroatien und Bulgarien sowie zahlreiche weitere zentral-und osteuropäische Länder sind im Gegensatz zu Polen, Tschechien, Slowakei und Slowenien massiv von der internationalen Konjunkturkrise betroffen. Gemeinsam sind all diesen Ländern die typischen Überhitzungserscheinungen im Vorfeld der Krise und ihre Auswirkungen auf die staatlichen wie privaten Institutionen.
In Kroatien wird das höchste Risiko in der überbewerteten Kuna gesehen, die den Banken- und Unternehmenssektor im Falle einer Abwertung hart treffen würde. In der Regierung wird derzeit der EU-Beitritt im Jahr 2011/12 diskutiert, der einen Strukturbereinigungsprozess im Vorfeld beschleunigen würde.

Bulgarien weist erstmals seit Jahren ein Budgetdefizit aus, die eingefrorenen EU-Gelder werden allerdings wieder schrittweise freigegeben. Insgesamt befindet sich das Land nach wie vor auf einem eher niedrigem Entwicklungsstand im Vergleich zu den anderen "neuen" EU-Beitrittsländern. Ein EURO-Beitritt wird nicht vor 2013 zu erwarten sein.

Ungarn hat von der Forint Abwertung profitiert. Zudem ist es gelungen, das Land mit Hilfe eines IWF-Kredites zu stabilisieren. Der Abschwung verlangsamt sich, es bleibt jedoch abzuwarten, ob die Budgetkonsolidierungsauflagen des IWF vor dem Hintergrund der bevorstehenden Parlamentswahlen im kommenden Jahr eingehalten werden können.

Insgesamt wird in allen diesen Ländern mit einem langsameren Erholungsprozess gerechnet. Politisch entscheidend wird sein, neben einem beherzten Strukturbereinigungsprozess, den richtigen Weg für eine Abfederung der steigenden Insolvenzzahlen und der steigenden Arbeitsmarktproblematik zu finden.

Über die OeKB Versicherung

Eigentümer der OeKB Versicherung AG sind zu 51 % die Oesterreichische Kontrollbank AG und zu 49 % die deutsch-französische Euler Hermes Kreditversicherungs-AG. Die OeKB Versicherung AG deckt Schäden, die durch den Ausfall von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entstehen. Dies gilt sowohl bei Zahlungsunfähigkeit oder Zahlungsverzug. Bei Exportgeschäften ist auch das politische Risiko automatisch abgesichert. Das Unternehmen ist spezialisiert auf professionelles Risikomanagement und auf die Versicherung von Risiken in Ost- und Südosteuropa, Asien und Übersee. 2008 lag der Prämienumsatz bei 21 Mio. Euro. www.oekbversicherung.at

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Barbara Steurer
OeKB Versicherung AG
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