Studie der Fachgruppe NÖ zeigt dringenden Handlungsbedarf bei Ausbildung und Zertifizierung im Finanzdienstleistungsbereich

St. Pölten (OTS) - Bildungspolitik: Die Fachgruppe der Finanzdienstleister in Niederösterreich ergreift die Initiative für Qualitätsstandards und präsentiert die Ergebnisse der beauftragten Studie "Konzept zur Ausbildung und Zertifizierung von Finanzdienstleistern".

Recherche zu Ausbildungsstandard und Qualifikationskriterien für Vermögensberater und Finanzdienstleister abgeschlossen. Ergebnis der Studie: österreichweit einheitliche Regelung und Mindeststandards werden als Chance für eine Neuorientierung im Ausbildungsbereich gesehen. Änderungen bei Ausbildung und Qualifizierungsregeln werden dringend angeraten. Im Fachverband auf Bundesebene stoßen die Handlungsempfehlungen und Vorschläge der niederösterreichischen Finanzdienstleister allerdings auf taube Ohren.

Die unter der Leitung von Univ.Lekt. Ing. Mag. Dr. Ronald Palleschitz in Zusammenarbeit mit dem Team der OEEC (organisation for economic education, evaluation & certification) durchgeführte Studie im Auftrag der Fachgruppe der Finanzdienstleister NÖ hat den IST-Zustand der angebotenen Ausbildungswege für Finanzdienstleister erhoben und analysiert. Eine Meinungsumfrage bei führenden Vertretern der Finanzdienstleistungsbranche zur qualitativen Bewertung ergänzte die Analyse. Anhand der gewonnenen Erkenntnisse wurde ein Maßnahmenkatalog für eine angemessene Ausbildung und weitere Qualifizierung der Finanzdienstleister erstellt.

"Die Angebote und Formen der Ausbildung sind hinsichtlich Dauer, Inhalte/Lehrplan, Intensität oder mitzubringender Vorkenntnisse sehr unterschiedliche. Zur gewünschten Qualitätssicherung der Finanzdienstleister ist eine bundesweit einheitliche und standardisierte Lösung erforderlich, die letztendlich auch die Qualifikation und das Ansehen des Berufsstandes erhöht" erklärt dazu Ing. Mag. Walter Eberl, Fachgruppenobmann der Finanzdienstleister Niederösterreich. Leider ist sein dementsprechender Antrag aber im Fachverband erst jüngst wieder abgelehnt worden, bedauert Eberl und wünscht sich mehr fachliche Impulse statt Interessenspolitischer Standpunkte.

Kritische Beurteilung und neue Ansätze für die gewerbliche Tätigkeit

Die Studie enthält als Maßnahmenkatalog folgende Handlungsempfehlungen für Ausbildungs- und Prüfungsstandards der Finanzdienstleister:
- Festlegung von Zugangsrichtlinien
- Sicherung der fachlichen Kompetenz
- Einheitliche bundesweite Bildungsstandards
- Definition von Mindeststandards
- Angebot an zeiteffizienten und kostengünstigen Ausbildungen
- Einheitlich bundesweite Prüfungsarchitektur
- Einbindung in das Europäische Qualifizierungssystem
- Errichtung eines übergeordneten, unabhängigen Fachbeirates mit der Wirtschaftskammer als Partner

"Wir sehen eine österreichweit einheitliche Ausbildungs- und Prüfungsregelung mit fundierten Qualitätsstandards und -kriterien, auch zur Sicherheit der Konsumenten und Berater als dringliche und wichtige Aufgabe für die Interessensvertretung in der die Wirtschaftskammer" erklärt Eberl auch die übereinstimmende Ansicht seiner NÖ-Kollegen und bericht stolz dazu: "So erfolgte beispielsweise unsererseits in Abstimmung mit der Meisterprüfungsstelle der WKNÖ bereits eine Standardisierung der schriftlichen Vermögensberater-Prüfungen und deren Auswertung nach einem vorgegebenen Punktesystem und mit anonymisierten Prüfungsbögen".

Aktuelle Marktsituation stellt unzufriedene Situation dar:
Übersichtlichkeit der Ausbildung fehlt

Die gegenwärtigen Ausbildungsstandards und Qualifikationskriterien für Vermögensberater
und Finanzdienstleister werden von 60% der Befragten als nicht ausreichend empfunden.
70% sind der Meinung, dass das Angebot die Qualität der Ausbildung nur mittelmäßig aufrecht erhält. 40% der Teilnehmer geben an, dass die derzeitigen Formen der Ausbildung nicht übersichtlich und koordiniert ablaufen oder gestaltet sind. Bei der Frage nach dem Umfang der gegenwärtigen Mindestausbildungsinhalte sind 70% der Überzeugung, dass dieser die Fachkompetenz ziemlich abdeckt.

Zukunftserwartung: einheitlich und kostenschlank

90% der Befragten waren davon überzeugt, dass eine einheitliche österreichische
Rahmenlösung zur Sicherung der Mindeststandards zielführend ist, wenn diese von allen Marktteilnehmern (Vertriebsgesellschaften, Beratern, Interessensvertretung, Produktanbietern) mitgetragen wird. Zur Frage nach dem Veränderungsbedarf in der Qualitätssicherung (Prüfungsabwicklung) ist für mehr als die Hälfte (60%) ein eindeutig vorherrschender Veränderungsbedarf zu erkennen. Nur 20% geben an, dass sie eher keine Notwendigkeit für eine Neuerung der Qualitätssicherung sehen. Die noch offenen 20% verteilen sich auf "mittelmäßig" und "gar nicht". Ein Erfolgsfaktor für eine Neuregelung sei auch die effiziente und kostenschlanke Umsetzung für die Berater.

Die Wirtschaftskammer als Ausbildungspartner

70% der befragten Personen sehen keine Alternative zur Schaffung österreichischer Mindeststandards im Rahmen der Wirtschaftskammer, wobei fachliche Kriterien im Mittelpunkt stehen sollten. "Sämtliche Bereiche eines Finanzdienstleisterberufes wie Qualifikation, Ausbildung, Aufsicht sowie Haftungsfragen müssen vor dem Hintergrund der Sicherheit für die Anleger diskutiert werden" schließt sich Obmann Eberl den politischen Debatten im Finanzausschuss an.

Erklärter Wunsch und Zielsetzung der Fachgruppe NÖ ist eine bundesweit einheitliche Ausbildungs- und Qualitätssicherung für die Vermittler und Berater. Damit kann auch das Image der Finanzdienstleister gehoben und den Kunden letztlich mehr Sicherheit durch qualifizierte Beratung geboten werden.

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer NÖ
Fachgruppe der Finanzdienstleister
Landsbergerstraße 1,
3100 St.Pölten
Telefon: 02742/851-19720
Fax: 02742/851-19729
finanzdienstleister@wknoe.at
Endkunden: www.noe-finanzdienstleister.at
Mitglieder: www.finanzdienstleister-noe.at

Kontaktpersonen:
Ing. Mag. Walter Eberl, M.S. eh
Obmann der Fachgruppe
Mobil 0699/18617167
eberl@eco-finanz.at

Mag. Hubert Baumann eh
Fachgruppengeschäftsführer
Hubert.baumann@wknoe.at

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